Ein Audioprojekt von Open Space Domshof & dem Bremer Literaturkontor
Während im Juni 2021 aufgrund der Corona-Pandemie auf klassische Lesungen vor Ort verzichtet werden musste, eroberte das Literaturkontor (heute: Literaturhaus Bremen) zusammen mit dem Team von Open Space den öffentlichen Raum auf andere Art und Weise mit Literatur. Im Rahmen des gemeinsamen Projekts LitSpace konnten Interessierte an fünf Hörstationen Platz nehmen, die an verschiedenen Plätzen auf dem Domshof installiert waren.
Zu hören gab es kurze Texte der fünf Bremer Autorinnen Leyla Bektaş, Donka Dimova, Janine Lancker, Eva Matz und Laura Müller-Hennig. Vom feministischen Slam-Poem und politischer Lyrik über poetische Kurzprosa bis zu einer Episode aus einem Romanprojekt ist alles dabei.
Zwischen Ende August und Ende November 2020 setzten sich Leyla Bektaş, Jörg Isermeyer, Lui Kohlmann, Betty Kolodzy, Florian Reinartz und Janika Rehak mit der Corona-Thematik auseinander. Die Autor*innen schrieben, suchten, dokumentierten, (hinter)fragten, tasteten sich heran an die „neue Realität“ und an die eigene, veränderte Rolle in Kunst, Gesellschaft und Familie – und machten dabei das, was sie am besten können: Geschichten erzählen. Nebeneinander, miteinander, auf jeden Fall aber: Mit Abstand.
Das Projekt wurde am 3. Dezember 2020 mit einer Online-Lesung der Teilnehmenden abgeschlossen.
Das Projekt wurde gefördert von der VHG-Stiftung, der Karin und Uwe Hollweg Stiftung sowie der Waldemar Koch Stiftung. Ohne die finanzielle Unterstützung der Stiftungen wäre das Projekt nicht möglich.
Alle Lesungen abgesagt, Buchveröffentlichungen nach hinten verschoben, Schreibworkshops wenn überhaupt, nur online. Im April 2020, mit dem ersten Lockdown in der Corona-Pandemie fragten wir: Was bedeutet das für all jene, die mit dem Schreiben ihr Geld verdienen? Wie gehen sie damit um, wenn plötzlich alle Einnahmen wegbrechen und vollkommen unklar ist, wie es weitergehen wird? Sechs Wochen lang berichteten Bremer Autor*innen jeweils eine Woche vom Schreiben in Zeiten von Corona.
Zu einer zweiten Runde im Herbst 2021 baten wir noch einmal fünf Autor*innen um jeweils zwei Texte. Wie ist es ihnen ergangen? Wie ist ihre Sichtweise auf die Pandemie eineinhalb Jahre später? Welche Themen stehen nun im Zentrum und welche Entwicklungen haben sie beobachtet - bei sich selbst, bei ihren literarischen Figuren, in der Gesellschaft?