Bremer Schulhausroman

Schüler*innen von Bremer Oberschulen schreiben unter Anleitung von Profis ihren ersten Roman. In den Workshops haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ihre eigenen Themen in einer kreativen Atmosphäre umzusetzen. Das Projekt ist jedes Mal eine Entdeckung verborgener Geschichten und Talente.

Feridun Zeimoglu erklärt den Schülern etwas

©Christopher Klerings/Lissi Savin

Beim Schulhausroman bestimmen die Schülerinnen und Schüler die Handlung ihrer Geschichte selbst, legen Figuren fest und suchen Handlungsorte aus. Dabei wird mitunter lebhaft im Klassenzimmer diskutiert, werden Textentwürfe geschrieben und auch wieder verworfen.

Bis zu einem druckfertigen Roman ist noch viel zu tun. Das erste Treffen mit den Profi-Autor*innen wird genutzt, um sich kennen zu lernen und das Schreiben auf kreative Weise anzugehen. Miniaturen und andere Schreibaufgaben werden in kleinen Büchlein gesammelt, die jede*r vorab erhält. Darin werden erste Ideen festgehalten, die im Laufe der nächsten Treffen zu einer zusammenhängenden Geschichte entwickelt werden. Erstmal ist es komisch, eigene Gedanken zu formulieren, die nicht direkt das Abrufen von Wissen betreffen. Doch ist einmal die Freiheit des kreativen Schreibens entdeckt, lernen sich die Schüler*innen von einer anderen Seite kennen.

„Ein sehr gelungener Ansatz!“

findet Lothar Franke, Vorsitzender der Stiftung Gib Bildung eine Chance und Förderer des Schulhausromans. „So werden Sprachdefizite bei Heranwachsenden mittels des kreativen Umgangs mit eigenen Texten ausgeglichen“.

Der Schulhausroman wurde ursprünglich von Richard Reich in der Schweiz initiiert. Seit 2014 wird das kreative Sprachförderprojekt Bremer und Bremerhavener Oberschulen federführend vom Literaturhaus Bremen umgesetzt - mit großem Erfolg. 2016 wurde der Bremer Schulhausroman mit dem Bundespreis für modellhafte Kooperationen von Kultur und Schule in der Kategorie Kulturelle Teilhabe ausgezeichnet. Schirmherrin ist Alexia Sieling. Zu den betreuenden Profi-Schriftstellerinnen und Schriftstellern zählen bisher Bas Böttcher, Helene Bukowski, Osman Engin, Heinz Helle, Betty Kolodzy, Jutta Reichelt, Alexa Stein und Feridun Zaimoglu.

Jedes Jahr vor den Sommerferien erscheinen zwei neue Schulhausromane im Carl Schünemann Verlag in Bremen. Höhepunkt des Projektes ist eine öffentliche Buchpremiere mit den stolzen Nachwuchsautor*innen vor großem Publikum.