Protest gegen den Ausschluss des Golden Shop vom diesjährigen Deutschen Buchhandlungspreis

Bild des Golden Shop von außen
© privat

Mit großer Besorgnis und deutlicher Kritik nehmen wir zur Kenntnis, dass auf Betreiben des Beauftragten  der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) drei von einer Fachjury vorgeschlagene Buchhandlungen von der Auswahlliste für den Deutschen Buchhandlungspreis gestrichen werden. Das Verfahren der Bundesbehörde empfinden wir als äußerst Besorgnis erregend und nicht nachvollziehbar.

Bremen erfreut sich eines breiten Spektrums an Buchhandlungen, sie fördern den Austausch von Ideen und Perspektiven, stehen für die Vielfalt unserer Stadtgesellschaft und setzen ihre je eigenen Schwerpunkte. Dem Golden Shop in Bremen ist es seit der Eröffnung gelungen, ein junges, politisch interessiertes Publikum mit neuen und anspruchsvollen Genres der Literatur vertraut zu machen und zu begeistern. Mit unterschiedlichen Projekten, Veranstaltungen und eigenen Publikationen hat das Team um Ausma Zvidrina einen eigenen Kosmos geschaffen, in dem Literatur, Graphic Novels und Jugendsubkultur ebenso ihren Platz finden wie Musik und Streetart. Das Konzept ist mit dem Anspruch verbunden, Leser*innen für Literatur zu gewinnen, die der Mainstream nicht im Blick hat. 

Der Golden Shop ist in Bremen längst als eine fortschrittliche, gesellschaftlich relevante Institution anerkannt, die seit Jahren wichtige Impulse in den Bereichen kulturelle Teilhabe, Diversität, Innovation und demokratischer Diskurs setzt. Gerade in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Spannungen ist eine lebendige, pluralistische Kulturlandschaft unverzichtbar.

Die nun erfolgte Benachteiligung erweckt den Eindruck, dass innovative, kritische oder zukunftsorientierte Ansätze nicht mehr unterstützt werden. Dies widerspricht dem kulturpolitischen Auftrag, kulturelle Vielfalt zu fördern und künstlerische Freiheit zu schützen.

Bremen als UNESCO City of Literature steht in besonderer Weise auch für den internationalen Austausch und die Offenheit im kulturellen Diskurs. Wir betrachten auch in diesem Zusammenhang das Verfahren des BKM als ausgesprochen kontraproduktiv und geradezu rufschädigend! 

Kulturpolitik trägt Verantwortung für Offenheit, Chancengleichheit und die Förderung neuer Perspektiven. Eine Schwächung progressiver Einrichtungen sendet ein falsches Signal – sowohl an Kulturschaffende als auch an die Öffentlichkeit.

Literaturhaus Bremen e.V. 

Vorstand & Team

Prof. Dr. Gert Sautermeister, Dr. Silke Behl, Prof. Karen Struve, Erwin Miedtke, Dr. Ian Watson, Daniel Tepe, Dr. Stephanie Schaefers, Jens Laloire, Annika Depping, Janin Rominger, Rike Oehlerking

#3 Der Golden Shop: Viel mehr als ein Buchladen [25:33]

Literatur, Graffiti und Streetart, Jugendsubkultur und Musik – das alles findet auf kleinstem Raum im Golden Shop zusammen. Dazu auch noch ein eigener Verlag. Sophie Anggawi fragte im Golden Shop nach: wie funktioniert ein Konzept, in dem Persönlichkeit und politische Haltung den Ton angeben.

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