Laura Cwiertnia sitzt vor den Schüler*innen und liest

Laura Cwiertnia im Lesegarten

© Aileen Meyer

Der regnerische Herbst hat in Bremen bereits Einzug gefunden. Doch im buntgeschmückten Lesegarten der OS In den Sandwehen gibt es keine Jahreszeiten. Zwischen Kletterpflanzen, Wandgemälden und vielen Büchern haben sich die Schüler*innen bereits in einem Stuhlkreis versammelt - denn heute warten sie auf einen ganz besonderen Gast!

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Schulleitung und Heike Müller vom virtuellen Literaturhaus wird Laura Cwiertnia als Autor*in, die gebürtig aus Bremen-Nord kommt, vorgestellt. Nicht nur sie ist hier heute als Schriftstellerin zu Gast. Auch die Schüler*innen im Publikum haben im vergangenen Schuljahr ihren ersten eigenen Schulhausroman veröffentlicht und erste Schreiberfahrungen gesammelt.
Laura Cwiertnia schlägt ihr Debüt Auf der Straße heißen wir anders auf und beginnt zu lesen. Plötzlich wird es ganz still im Lesegarten. Die Protagonistin des Romans, Klara, wuchs ebenfalls in Bremen Nord auf und langweilte sich dort mit ihrer Clique entsetzlich. Damals wurde sie von ihrem Vater noch Karlotta genannt, doch als Jugendliche möchte sie das nicht mehr. Als Karla verfolgt sie ein anderes Ziel. Sie will ein Armband nach Armenien bringen - so wie es ihre Großmutter ihr aufgetragen hat. Dorthin, wo die Wurzeln ihrer Familie liegen.

Foto von der Klassenlehrerin, der Leiterin des virtuellen Literaturhauses, dem Schulleiter und der Autorin Laura Cwiertnia.
© Aileen Meyer

„Weiterlesen!!!“

Foto vom Publikum
© Aileen Meyer

Laura Cwiertnia blättert zu einem neuen Kapitel. Von Cluberfahrungen als Minderjährige erzählt sie und von Joints auf dem Spielplatz. ,,Scheiß Bremen-Nord’’ klagt ihre Hauptfigur Karla und die Jugendlichen können sich ein Grinsen nicht verkneifen. Nach der Lesung beginnt die Fragerunde und schnell wird klar, was den Schüler*innen auf der Seele brennt: ,,Wie viel hat die Geschichte mit deinem eigenen Leben zu tun?’’, heißt es aus dem Publikum. Laura Cwiertnia erklärt kurz, dass sie autofiktional geschrieben habe und dass sie bis vor Kurzem auch noch nicht wusste, das es den Begriff in der Literatur überhaupt gibt. Und dann sind alle schon mittendrin in der spannenden Diskussion über das literarische Schreiben.

Eine Schülerin fasst am Ende anerkennend zusammen, dass der Roman die heutige Situation der Jugendlichen in Bremen-Nord sehr überzeugend widerspiegeln würde. Heute wäre es immer noch langweilig in Bremen-Nord.  Und welche Pläne haben die Jugendlichen für ihre Zukunft?  Die Berufswünsche der Jugendlichen reichen weit über die Stadtgrenze hinaus, wie die Schriftstellerin erfährt: von zukünftigen Journalist*innen bis hin zu KFZ-Mechatroniker*innen ist alles dabei.

Zum Abschluss weiht Laura Cwiertnia die Schüler*innen noch in ein besonderes Geheimnis ein: Das Thema ihres nächsten Buches. Das bleibt jedoch geheim und wird den Lesegarten nicht verlassen - versprochen!

Text: Aileen Meyer