Vergangene Veranstaltungen

Caroline Wahl
© Frederike Wetzels

Caroline Wahl: #Meer

Die Autorin wurde 1995 in Mainz geboren und wuchs in der Nähe von Heidelberg auf. Sie hat Germanistik in Tübingen und Deutsche Literatur in Berlin studiert. Danach arbeitete sie in mehreren Verlagen. Nach ihrem ersten Roman, dem Spiegel-Bestseller 22 Bahnen aus 2023 folgte Windstärke 17, in dem die Geschichte von Tildas Schwester Ida weiter geht. Denn Ida verlässt ihre Kleinstadt mit wenig mehr als einem alten Koffer und ihrem Laptop, auf der Suche nach einem Neuanfang. Auf Rügen landet sie zufällig bei Knut und Marianne, die sie liebevoll aufnehmen. Gemeinsam mit ihnen erlebt sie Momente der Leichtigkeit und Wärme, findet neue Freundschaften, doch die Entdeckung von Mariannes schwerer Krankheit stellt ihre neu gewonnene Stabilität auf eine harte Probe.

Caroline Wahl

Daniel Schreiber: #Verluste

Daniel Schreiber, geboren 1977, ist Schriftsteller, Übersetzer und Kolumnist bei WELTKUNST und ZEIT am Wochenende. Mit seinen hochgelobten und vielgelesenen Büchern Nüchtern (2014) und Zuhause (2017) hat er eine neue Form des literarischen Essays geprägt. Sein Buch Allein (2021) stand monatelang auf der SPIEGEL-Bestseller und Sachbuch-Bestenliste und war auch international ein großer Erfolg. In seinem neuesten Essay Die Zeit der Verluste (2023) erkundet Daniel Schreiber einfühlsam den Verlust von Gewissheiten, inspiriert von der persönlichen Erfahrung des Todes seines Vaters. In nebelumhülltem Venedig reflektiert er über unsere Fähigkeit zu trauern und sucht nach Wegen, mit diesem überfordernden Gefühl umzugehen.

Daniel Schreiber

Porträt von Daniel Schreiber
© Florian Hetz

Lion Christ
© Rike Oehlerking

Lion Christ: #Stadt

Lion Christ, in Bad Tölz geboren, studierte Film und Literarisches Schreiben und lebt in Leipzig. Für seinen Debütroman Sauhund erhielt er das Münchner Literaturstipendium 2021. Im Roman sucht Flori nach dem prallen Leben, Glanz und einer dauerhaften Liebe. Als Glückssuchender erlebt er die Szene zwischen Franz Josef Strauß und Freddie Mercury, trotzt den Erwartungen, erkundet Clubs und stürzt sich in eine Welt von hedonistischer Rebellion. Sauhund ist Lions Christs rauschhaftes Denkmal für Flori und die vergessenen Liebenden der ersten AIDS-Jahre.

Lion Christ
 


Stephan Lohse: #Haut

Der Autor wurde 1964 in Hamburg geboren. Er studierte Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und war unter anderem am Thalia Theater, an der Schaubühne in Berlin und am Schauspielhaus in Wien engagiert. Sein Debütroman erschien 2017 und Das Summen unter der Haut ist sein dritter Roman, der leichtfüßig und mit viel Humor die Geschichte von zwei Jungen und den wichtigsten Dingen im Leben erzählt: über Liebe und Freundschaft, über das Aufwachsen in den siebziger Jahren – einer Vergangenheit, wie sie vielleicht nie war, aber hätte sein sollen.

Stephan Lohse

Stephan Lohse
© Max Zerrahn/ Suhrkamp Verlag

Paula Schweers: #Zugehörigkeit

Die gebürtige Bremerin und Journalistin erzählt in ihrem Debüt die fesselnde Geschichte zweier Halbgeschwister mit unterschiedlichen Lebenswegen, die ein besonderes Talent teilen: die Vorahnung von Katastrophen, ihr Lawinengespür. Nora und Leo wachsen in einem bayerischen Dorf auf. Als ihr Elternhaus in Flammen aufgeht, verschwindet Leo spurlos. Zehn Jahre später steht Nora in Berlin als junge Geologin kurz vor ihrem Durchbruch. Sie weiß nicht, dass Leo sich nahe Moskau eine prekäre Existenz aufgebaut hat: Während Nora versucht, die Kontrolle zu behalten, hat ihr Bruder alle Bindungen gekappt und lebt ein freies, schutzloses Leben.      

Paula Schweers    

Paula Schweers
© Rike Oehlerking

Ulrike Sterblich
© Rike Oehlerking

Ulrike Sterblich: #Nacht

Mit Drifter wurde die Politologin und Autorin aus Berlin für den Deutschen Buchpreis 2023 nominiert. Mysteriös und wunderbar fantastisch erzählt Ulrike Sterblich in ihrem Roman die Geschichte von Wenzel und Killer: Alles ändert sich, als Vica in ihr Leben tritt: eine Frau in goldenem Kleid, meist begleitet von zwei treuen Adjutanten und einem riesigen Zottelhund. Bei jeder Begegnung mit Vica ploppen neue Fragen auf. Sie kennt unerklärliche Geheimnisse und ihr Einfluss bringt Unruhe in die Welt der Freunde. Als Vica schließlich auch noch den Wohnblock ihrer Kindheit in Beschlag nimmt, gerät die Welt von Wenzel und Killer ins Wanken.

Ulrike Sterblich
 


Daniela Dröscher: #Klasse

Aus der Perspektive des Mädchens Ela erzählt Daniela Dröscher in Lügen über meine Mutter eine Familiengeschichte in einem deutschen Dorf der achtziger Jahre. Ihr autofiktionaler Roman handelt vom ständigen Kampf der Mutter gegen ihr Übergewicht und von der Niedertracht des Vaters in dem damals noch unhinterfragten patriarchalen Gefüge. Zugleich reflektiert Daniela Dröscher dialogisch über Herkunft, Klasse und die Auswirkungen eines Rollenmodells, das in einer Tragödie enden muss. Mit dem Roman stand sie auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.

Daniela Dröscher

Autorin Daniela Dröscher
© Kerstin Rolfes

Foto von Kim de l'Horizon
© Anne Morgenstern

Kim de l'Horizon: #Zukunft

Sehr verdient wurde der Roman Blutbuch 2022 mit den höchsten Literaturpreisen ausgezeichnet, zählt er doch zu den inhaltlich und stilistisch spannendsten Neuerscheinungen der letzten Jahre. Die experimentelle Familiengeschichte, aus der Sicht einer nonbinären Person erzählt, bricht nicht nur gesellschaftliche, sondern auch erzählerische Normen auf. Kim de l'Horizon macht sich, adressiert an die demente Großmutter, auf die Suche nach anderen Arten von Wissen, Überlieferung und Ichwerdung, um sich von Dingen zu befreien, die ungefragt weitergetragen werden.

Kim de l'Horizon


Heinz Helle: #Väter

Heinz Helles neuer Roman Wellen ist eine sensible und tiefsinnige Reflexion über Vaterschaft, überkommene und neue Rollenmodelle und nicht zuletzt über die Liebe: zu seinen Kindern, seiner Frau, zu sich selbst – und zur Sprache. Vor dem Hintergrund des ersten Jahres der Corona-Pandemie mit all seiner Enge und Ungewissheit denkt Heinz Helle in tagebuchartigen Sequenzen nicht nur über die deutsche Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts nach, sondern schreibt so leichtfüßig über das alltägliche Zweifeln und Verzweifeln, dass es schon wieder schön ist.

Heinz Helle

Heinz Helle liest
© Rike Oehlerking

Anna Yeliz Schentke
© Axel Stiehler

Anna Yeliz Schentke: #Sprache

In Anna Yeliz Schentkes herausragendem Debütroman Kangal steht der politische Aktivismus in der heutigen Türkei im Mittelpunkt. Aus drei Perspektiven werden mitreißend die Geschichten der jungen Menschen Dilek, Tekin und Ayla erzählt. Anna Yeliz Schentke setzt dabei ganz auf die Codes und Leerstellen der Sprache. Kangal ist hochbrisant, denn der Roman zeigt gerade auch in seinen Auslassungen die Folgen eines repressiven Systems für unsere Gesellschaft und benennt zugleich die Differenzen zwischen den Generationen auf sehr präzise Weise.

Anna Yeliz Schentke
 



Das Projekt ist eine Kooperation des virtuellen Literaturhauses, des Literaturkontors Bremen und der Bremer Shakespeare Company und wird gefördert durch den Senator für Kultur und das Art Hotel Ana.