Neues von Amara, Cem und Alex

Nächster Schulhausroman-Workshop mit Bas Böttcher an der Oberschule In den Sandwehen: Gleich geht es los, die meisten sitzen schon, der Raum summt. Die Geschichte der »normalen Schülerin« Amara, die plötzlich nur grau sieht und nichts mehr schmecken kann, soll weitergehen; heute muss Amaras schwarz-weiße Welt wieder farbig werden. Aber wie? Es wird schnell klar, dass seit dem letzten Workshop viel gearbeitet worden ist. Vier Schüler*innen der Klasse 8C haben in den zwei Wochen ganze 72 Textdateien so rechtzeitig abgetippt, dass Bas Böttcher in der Lage war, sie alle zu lesen und zu ordnen. So kann er am Anfang beim Vorlesen ein gutes Resümee der bisherigen Handlung abgeben. Er berichtet, dass er auch eine Entdeckung gemacht hat: Bei der allerersten fantasiefördernden Schreibübung (»Was wäre möglich, wenn alles möglich wäre?«) entstand die Idee eines fliegenden Stifts. Diesen Zauberstift sieht er als Symbol für die blühende Fantasie der Klasse 8C und schlägt den kleinen Wunschtext als Prolog zur Geschichte vor. Darüber und über einen entsprechenden Epilog als Rahmen der Geschichte wird kontrovers diskutiert.

Bas Böttcher arbeitet geschickt daran, Glieder in der Erzählkette zu ordnen, versucht, Lücken aufzudecken, erteilt Arbeitsaufträge. Wunderbar, wie er führt, ohne sich einzumischen – denn dafür haben die jungen Autor*innen eine feine Spürnase.
Kurz nach Mittag wird die Arbeit unterbrochen, weil die Redaktionsmitglieder des Schuljahrbuchs den Gastautor interviewen wollen. Die vier müssen warten, bis Bas Schreibaufgaben verteilt hat, dann verschwinden sie mit ihm nach draußen auf den Gang. Die Arbeit drinnen geht weiter, der Raum vibriert vor Energie und Sprache.

Nach der Mittagspause passiert etwas Ungewöhnliches: Es ist Elternsprechtag, und alle anderen Klassen und Schüler*innen haben unterrichtsfrei. Nur die 8C arbeitet weiter, bis viertel nach drei. Die Geräuschpegel schwillt an und ab, schwappt von Gruppe zu Gruppe, bis die Kleingruppen zum heutigen Endspurt zusammengerufen werden. Sie versammeln sich in einem großen Halbkreis. Die Stühle klappern und kratzen.

Die letzten zwanzig Minuten werden genutzt, um zu besprechen, wie die Geschichte von Amara, ihrem Freund Cem und ihrem ›falschen‹ Freund Alex zu Ende gehen soll. Mit wem hat Amara eine Rechnung offen? Wird abgerechnet? Was für eine »schöne Entscheidung« gibt es am Schluss? Auf jeden Fall muss Amara fünf Rätsel lösen…

Text und Fotos: Ian Watson

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