Lesetipp im Oktober

Mirko Bonné: „Nie mehr Nacht“

Mara_und_Bandit

von Mara Giese, Bremer Literaturbloggerin.

Mirko Bonné ist nicht nur Autor, sondern auch Übersetzer und steht in diesem Jahr mit seinem Roman „Nie mehr Nacht“ auf der Shortlist des Deutschen Buchpreis. “Nie mehr Nacht” erzählt die Geschichte von Markus Lee und seinem fünfzehnjährigen Neffen Jesse. Onkel und Neffe werden verbunden durch den Verlust eines geliebten Menschen. Ira, die Schwester von Markus und die Mutter von Jesse, hat sich das Leben genommen. In den Herbstferien nimmt sich Markus eine Auszeit und reist gemeinsam mit seinem Neffen in die Normandie: er soll dort im Auftrag eines Kunstmagazins Brücken zeichnen, die bei der Landung der Alliierten im Sommer 1944 eine entscheidende Rolle gespielt haben. Jesse kommt mit, da die Familie seines besten Freundes in der Nähe ein verlassenes Strandhotel hütet. Die Reise ist geprägt von dem, was geschehen ist, Iras Selbstmord liegt einem Schatten gleich über Markus und Jesse, deren gemeinsame Zeit vor allem durch eine tiefgreifende Sprachlosigkeit geprägt ist. Wie soll man auch über einen so schweren Verlust sprechen? Wie kann man sich in seiner Trauer verständlich machen und mitteilen? Aus der geplanten Auszeit, wird ein monatelanger Ausstieg auf dem bisherigen Leben …
Mirko Bonné hat mit “Nie mehr Nacht” einen wunderbar poetischen und tief melancholischen Roman geschrieben, der die menschliche Tragödie mit den Schatten der geschichtlichen Vergangenheit verbindet. „Nie mehr Nacht“ ist ein Roman über Einsamkeit, Trauer, Schuldgefühle und über den Wunsch, noch einmal neu anfangen zu dürfen.

Mirko Bonné – „Nie mehr Nacht“
erschienen bei Schöffling & Co.
360 Seiten, €19,95

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.