Lesetipp im November

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Ina Kronenberger, Bremer Literaturübersetzerin empfiehlt uns diesen Monat:

„Verrückt und frei“ von Beate Grimsrud.

Eli ist sechs Jahre alt, als sie in ihrem Kopf zum ersten Mal eine fremde Stimme hört, die ihr Befehle erteilt. Diese Stimme – Espen – wird sie von nun an begleiten. Zu ihr gesellen sich mit der Zeit noch zwei weitere Jungenstimmen, eine Männerstimme und zwei Frauenstimmen. Mit diesem Stimmengewirr im Kopf das Leben zu meistern ist für Eli eine große Herausforderung. Immer wieder kommt sie an ihre Grenzen, strauchelt, fällt, rappelt sich auf und kämpft weiter. Was ihr dabei hilft, ist neben der Familie und Freunden ihr immenser Bewegungsdrang – sie spielt Fußball, joggt, boxt und läuft Ski – und der Wille, unbedingt Schriftstellerin zu werden. Obwohl sie von Geburt an schwachsichtig ist und fast nicht lesen kann, schlägt sie sich in der Schule durch und besucht schließlich einen einjährigen Creative-Writing-Kurs in Schweden. Sie feiert erste Erfolge als Schriftstellerin, verbringt zwischendurch aber auch immer wieder Monate in der Psychiatrie. Gemeinsam mit ihren Therapeuten versucht sie, die Stimmen zu bändigen und ihnen einen weniger wichtigen Platz in ihrem Leben zuzuweisen.

Mit viel Sinn für Humor und Dramatik, großem Einfühlungsvermögen und der bemerkenswerten Gabe, die Innen- und die Außensicht ihrer Figur glaubwürdig darzustellen, schildert Beate Grimsrud viele große und kleine Episoden in Elis Leben. Noch nie habe ich das Porträt einer Schizophrenen so hautnah und realistisch vermittelt bekommen und mich dabei so gut unterhalten gefühlt. Dies ist große Kunst, für die Beate Grimsrud in ihrer Heimat – zu Recht – mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.

Originaltitel: En dare fri von Beate Grimsrud | Übersetzt von: Ina Kronenberger
Foto: Ina Kroneneberger | www.dasguteportrait.de

Verrueckt und frei von Beate Grimsrud

 

Beate Grimsrud

„Verrückt und frei“

btb Verlag

480 Seiten

ISBN: 978-3-442-75336-9

22,99 €

>> zum btb Verlag

One thought on “Lesetipp im November

  1. Volker Heigenmooser

    Lustig ist, dass die von mir sehr geschätzte Übersetzerin Ina Kronenberger oder wer auch immer in diesem virtuellen Literatur“haus“ dafür verantwortlich ist, vergessen hat, die Übersetzerin des Buchs von Beate Grimsrud zu nennen: es ist Ina Kronenberger. Soviel Platz muss schon sein…

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