Lesetipp im Juni:

„1913“ von Florian Illies

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von Angelika Sinn – Geschäftsführerin des Bremer Literaturkontors

„1913. Was für ein Jahr! Man will nicht an einen bevorstehenden Krieg glauben, während es auf dem Balkan hoch her geht. Könige und Kaiser regieren. Revolutionen werden vorbereitet. Franz Ferdinand, der österreichische Thronfolger, spielt auf Schloss Konopischt heile Welt.
In rasendem Tempo führt uns Florian Illies, Feuilletonspezialist und Autor von „Generation Golf“ nach Berlin, Paris, München, Wien und New York. Überall geht es hoch her. Kunst, Musik, Film, Literatur. Psychoanlyse! Es wird gelitten und geliebt. Elske Lasker-Schüler liebt Gottfried Benn, Oskar Kokoschka Alma Mahler. Er malt sie. Munch malt „Die Eifersucht“, Franz Marc blaue Pferde und Picasso verschreibt sich dem Kubismus. Gertrude Stein schreibt den Satz „Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose“. Thomas Mann plant den „Zauberberg“, Asta Nielsen verzaubert die Kinobesucher in „Die Sünden der Väter“, Gert Fröbe und Marika Rökk erblicken das Licht der Welt, deren Entzauberung Max Weber bekundet.
Doch wer will daran glauben? Alle haben zu tun. Freud liegt mit Jung im Clinch und Rilke mit Rodin. Der erste Looping der Menschheitsgeschichte wird geflogen, Ecstasy erstmals synthetisiert. Kaleidoskopartig führt uns Illies all diese Begebenheiten vor Augen.
Was für ein Jahr! Der Sommer des Jahrhunderts. 1913. Unbedingt lesen!“

Florian Illies:
„1913“ – Der Sommer des Jahrhunderts
S. Fischer, 2012, 19,99  €

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