Feinschliff in Walle mit Schriftsteller Artur Becker

Das internationale Erzählprojekt „Diverse People Remember“ geht in den Endspurt.

Am 30. April fand der dritte und somit letzte Autorenworkshop mit Artur Becker im Schulzentrum Walle statt. Die Herkunftsgeschichten der Schülerinnen und Schüler sind aufgeschrieben, nur der Feinschliff fehlt noch. Heike Müller eröffnete den Workshop mit lobenden Worten: Jeder Text ermöglicht einen Einblick in eine interkulturelle Familiengeschichte – mutig, berührend und spannend.

Im ersten Teil des Workshops besprachen Annika Depping und Artur Becker gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern beispielhafte Textstellen der selbstverfassten Geschichten. Im Mittelpunkt stand die Frage, was man orthografisch und stilistisch noch verbessern kann. Schriftsteller Artur Becker unterstützte die Jugendlichen mit seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz und gab ihnen hilfreiche Tipps für das literarische Schreiben. Es ging beispielsweise darum, wie man Übergänge anschaulicher formulieren kann, welche Rolle der Tempusfluss spielt und dass man beim Schreiben immer auch die Leserinnen und Leser im Blick haben sollte. Man könne die Fragen, die beim Lesen entstehen, vorausahnen und die Neugierde stillen, so Artur Becker. Die eigene Geschichte sollte immer auch mit Distanz betrachtet werden.

Anschließend bekamen die Schülerinnen und Schüler noch einmal die Zeit, an ihren Texten zu feilen und gegebenenfalls Änderungen einzuarbeiten. Von Prosa über Erzählung bis hin zum Poetry Slam – die Formen der Herkunftsgeschichten wurden sehr unterschiedlich gewählt. Artur Becker stand den Schülerinnen und Schülern während dieser Arbeitsphase gerne für Fragen zur Verfügung, erklärte seine Verbesserungsvorschläge oder half, die passenden Formulierungen zu finden.

Artur Becker konstatierte zum Abschluss, dass es für ihn auch aus der soziologischen Perspektve sehr spannend sei, die Texte der Jugendlichen zu lesen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte habe sich der Umgang mit Interkulturalität und Identitätsfragen sehr verändert. Der aus Polen stammende Schriftsteller berichtete, dass zu seiner Zeit kaum darüber gesprochen wurde, wenn man multinational aufgewachsen war und dass das Bekenntnis dazu keineswegs einfach gewesen ist.

Im letzten Teil des Workshops bekamen die Jugendlichen Besuch von einer Journalistin des Weserkuriers. Sie informierte sich über das internationale Erzählprojekt, um einen Presseartikel dazu zu verfassen. Anfang Juni ist der erste Austausch mit Jugendlichen aus Johannisburg per Skype geplant. Die von den Schülerinnen und Schülern eigenständig in die englische Sprache übersetzten Texte werden Mitte Juni der Website der Sylt Foundation zu lesen sein.

Unsere Partner: Schulzentrum Walle, Westbury Secondary School im Westbury Township in Johannesburg/Südafrika, Sylt Foundation in Johannesburg, start Jugend Kunst Stiftung Bremen, Sparkasse Bremen und Stadtbibliothek Bremen

Projektleitung: Virtuelles Literaturhaus Bremen, Annika Depping

Text und Fotos: Tabea Scherer

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