Widad Nabi und Ramy Al-Asheq: Lyrik in Erinnerung und Gegenwart

Die Veranstaltung stellt die lyrische Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt in bleibender Erinnerung an die erlebte Vergangenheit zweier aus Syrien stammender Autoren in den Mittelpunkt. Sie findet im Rahmen des syrischen Kultur „Funun-Festivals“ statt.

Die Autoren Widad Nabi und Ramy Al-Asheq haben erst kürzlich jeweils einen Gedichtband herausgebracht. Ihre Gedichte sollen im Rahmen der Veranstaltung zum ersten Mal in Bremen vor Publikum auf Arabisch und Deutsch gelesen werden. Anschließend ist ein Autorengespräch über die Werke geplant.

Widad Nabi wird aus ihrem Gedichtband „Kurz vor dreißig,.. küss mich“ lesen, welches aus dem Arabischen von Suleman Taufiq übersetzt wurde. Ihre Texte erzählen von der unstillbaren Sehnsucht, vom Verlust, von Lust und Schmerz, von der Suche nach menschlicher Nähe. Sie besingen zumeist einen Moment der Nostalgie, der Zärtlichkeit und der Liebe. Ihre Gedichte, die poetisch eng mit den Ereignissen der letzten Jahre in Syrien verwoben sind, entsprechen dem Lebensgefühl vieler Menschen, die auf der Flucht sind. Das Gefühl der Fremdheit in ihrer Lyrik ist eine Metapher für die Entwurzelung und Heimatlosigkeit des modernen Menschen.
Widad Nabi gelang 2014 die Flucht nach Berlin, wo sie bis heute lebt. Hier bekam sie schnell Kontakt zur hiesigen Literaturszene. Für zahlreiche Zeitschriften und Zeitungen schrieb sie Texte, etwa für Spiegel Online, die Zeit, Frankfurter Rundschau, Freitag und Kursbuch. 2017 nahm Widad Nabi am Poesiefestival in Berlin teil. 2018 bekam sie das erste Weiter Schreiben-Stipendium Wiesbaden.

Ramy Al-Asheq wird ebenfalls als Autor auftreten und aus seinem Gedichtband „Gedächt-nishunde“, welches von Lilian Pithan übersetzt wurde, lesen. Die Gedichte handeln von Erinnerungen, die von Krieg, Schmerz und schmerzender Liebe durchtränkt sind. Diese werden durch die metaphorischen Vierbeiner reanimiert, wodurch sie auch in der Zukunft ein stetiger Begleiter sein werden. So, wie die Erlebnisse keiner Zeit mehr zuzuschreiben sind, werden die verwendeten Tempora diffus. Der Dichter wandert in seinem Gedicht-band von drastischen Bildern des Krieges zu verflossenen Liebschaften. Ramy Al-Asheq ist ein syrisch-palästinensischer Dichter, Journalist und Kurator. Er hat fünf Gedichtbände auf Arabisch veröffentlicht. Seine Texte wurden in verschiedenen Anthologien und Litera-turzeitschriften auf Bosnisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Kurdisch und Spanisch ver-öffentlicht. Außerdem ist er Kurator für das Literaturhaus Berlin und Mitgründer der Arabisch-deutschen Literaturtage Berlin.

Musikalische Begleitung: Aladdin Haddad


Weitere Infos zu allen Veranstaltungen unter: https://funun-festival.de/

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 29.08.2019
19:30

Ort
Villa Ichon

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