Was ist Shared Reading? – Ein Gesprächsabend rund um das neue Leseformat

Mit einem Vortrag und offener Gesprächsrunde widmen sich die Literaturexperten Carsten Sommerfeldt und Thomas Böhm aus Berlin an diesem Abend den neuen Wegen zur Literatur. Wie werden Publikum und Bücher in Zukunft zusammenkommen?

Die klassische Wasserglaslesung hat keineswegs ausgedient – doch sie ist längst nicht mehr Standard. Wer die Entwicklung der virtuellen Lese- und Gesprächskultur erlebt, das Teilen und Kommentieren in den sozialen Medien etwa, wird sich fragen ob sich das klassische Format „Lesung“ nicht um Elemente shared_reading_logoanreichern lässt, die dem Moment der Partizipation stärker Rechnung tragen.  Aus England kommt brandaktuell das „Shared Reading“, übersetzt: Geteiltes Lesen. Das nämlich ist auf der britischen Insel zu einer wahren Massenbewegung geworden. Menschen lesen sich dort gegenseitig etwas vor und kommen dadurch zwanglos in ein Gespräch. Shared Reading wird seit mehr als fünfzehn Jahren in Liverpool von The Reader, einer gemeinnützigen Organisation in den unterschiedlichsten Bereichen mit großem Erfolg angewandt: in Kindergärten, Schulen, Gefängnissen, Gemeindezentren, in Unternehmen und natürlich auch in Bibliotheken.

Wer sind unsere Gäste?

Thomas Böhm – der für viele große Literaturinstitutionen tätig war, u.a. Literaturhaus Köln, internationales literaturfestival berlin – hat zusammen mit Carsten Sommerfeld – langjähriger Pressechef beim Berlin Verlag und Verlagsleiter bei Droemer Knaur – das in Großbritannien äußerst erfolgreiche Konzept des gemeinsamen Lesens nach Deutschland gebracht. Auf der letzten Leipziger Buchmesse wurde „Shared Reading“ erstmals einem größeren Publikum vorgestellt und inzwischen gibt es in Berlin erste Lesegruppen, die sich wöchentlich in der Stadtbibliothek treffen.

Wie funktioniert Shared Reading?

session3_500Eine Gruppe von Menschen in einem geschützten Raum. Informell und ohne Vorbereitung. Angeleitet von einem ausgebildeten Facilitator lesen die Teilnehmer eine Geschichte gemeinsam laut und langsam. Was dann geschieht, ist faszinierend einfach. Die Teilnehmer reagieren spontan, sprechen über Ihre Gedanken, tauschen sich aus. In einer Atmosphäre unangestrengter Offenheit entsteht kreatives Lesen eines vorher unbekannten Textes. Gemeinsam  und im Austausch entstehen so neue Lesarten: persönlich, unmittelbar und wohltuend.

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Die Stadtbibliothek Bremen und das virtuelle Literaturhaus Bremen laden Literaturinteressierte, Buchhändler, Verleger, Literaturvermittler, Mitglieder und Leseratten ein, das Konzept von „Shared Reading“ kennen zu lernen, und sich im Gespräch mit Thomas Böhm und Carsten Sommerfeldt über die Möglichkeiten des neuen Leseformats zu informieren.

Moderation: Dr. Silke Behl


Die Veranstaltung findet im Wall-Saal statt. Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 28.02.2017
19:00

Ort
Stadtbibliothek Bremen - Zentralbibliothek

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