Verleihung des Jeanette Schocken Preises 2015 an Gerhard Roth

Gerhard Roth, Preisträger 2015

Die bundesweit einzigartige Auszeichnung wird von Bremerhavener Bürgerinnen und Bürgern alle zwei Jahre in mahnender Erinnerung an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten aber auch  an das Schicksal all jener Verfolgten vergeben, für die Bremerhaven oftmals die letzte Station auf der Flucht ins Exil war.

Autor: Gerhard RothFoto: Philipp HorakDas Foto ist honorarfrei.Die unabhängige Jury des Jeanette Schocken Preises- Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur, Dr. Gabriele von Arnim, Zsuzsanna Gahse, Nico Bleutge, Dr. Hugo Dittberner und Wend Kässens hat  den Preis einstimmig dem österreichischen Schriftsteller Gerhard Roth (Foto: Philipp Horak), insbesondere für sein Buch „Orkus“ zugesprochen.

Zur Begründung hat die Jury ausgeführt: „Orkus. Reise zu den Toten“ – das ist der Schlussakkord zweier Werkzyklen, an denen der 1942 in Graz geborene Schriftsteller Gerhard Roth mehr als 30 Jahre gearbeitet hat: „Die Archive des Schweigens“ und „Orkus“. Zusammen 15 Bände, Romane, Essays, autobiographische Texte, Reportagen und verortende „Photo-Notizbücher“ (Roth), die eigenständig die schriftstellerischen Arbeiten ergänzen und erweitern. Das Inferno des 20. Jahrhunderts mit Holocaust und Nationalsozialismus in seinen Auswirkungen auf das alltägliche Leben, das Fühlen und Denken in Österreich im ersten Zyklus. Im zweiten dann die Öffnung ins Fremde, in dem sich das eigene Fremde und die eigene Fremde spiegeln. Eine Welt- und Menschenerkundung von buchcover_gerhard roth_orkusShakespeareschem Ausmaß. Roth zieht es an die Orte der Erinnerung und der Beobachtung, der Verrückungen und der Krankheiten, der Geschichte und der Ideologien, der Künste – allen voran Literatur und Malerei, der Träume, Albträume und der Phantasien. Da er die Wirklichkeit des Lebens und der Künste nicht trennt, türmt sich ein gewaltiges Bildungsopus, in dem die Lebendigen und die Toten sich in einer großen Erzählung finden, fiktive und reale aus den Werkzyklen, aus den Lektüren und Wahrnehmungen eines wachen Lebens, aus der künstlerischen und konkreten Beschäftigung mit dem Leben und dem Tod in unserer Epoche.

Programm der Preisverleihung:

Ernst Toch: „Canzonetta“ und „Caprice“ aus: „Five Pieces for Wind Instruments and Percussion op.83“ 1959

Begrüßung: Manfred Ernst

„Night Song“

Laudatio: Hans-Jürgen Heinrichs

„Roundelay“

Verleihung des Preises: Stadtverordnetenvorsteher Artur Beneken

Dank des Preisträgers: Gerhard Roth

„Cavalcade“


Das musikalische Programm gestaltet das Commedia Ensemble: Anna Svejdova (Flöte), Eberhard Holbein (Oboe), Hans Christian Wicke (Klarinette), Gudrun Geißler (Fagott), Dominik Kratzer und Peter Harrison (Horn), Christian Pfeifer und Tomoyo Ueda (Schlagzeug).

Im Anschluss an die Preisverleihung lädt das Kulturamt zu Speis und Trank ein.

Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 17.05.2015
10:00

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