Ursula Krechel liest aus: “Geisterbahn“

Ursula Krechel gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen Deutschlands. In ihrem neuen Roman erzählt die mehrfach ausgezeichnete Literatin den Lebens- und Leidensweg einer deutschen Sinti-Familie während eines Jahrhunderts – einschließlich der Zeit des Nazi-Regimes.

Zum Buch: Fast ein Jahrhundert umspannt der Bogen dieses Romans, mit dem Ursula Krechel fortsetzt, was sie, vielfach ausgezeichnet und gefeiert, mit »Shanghai fern von wo« und »Landgericht« begonnen hat. »Geisterbahn« erzählt die Geschichte einer deutschen Familie, der Dorns. Als Sinti sind sie infolge der mörderischen Politik des NS-Regimes organisierter Willkür ausgesetzt: Sterilisation, Verschleppung, Zwangsarbeit. Am Ende des Krieges, das weitgehend bruchlos in den Anfang der Bundesrepublik übergeht, haben sie den Großteil ihrer Familie, ihre Existenzgrundlage, jedes Vertrauen in Nachbarn und Institutionen verloren. Anna, das jüngste der Kinder, sitzt mit den Kindern anderer Eltern in einer Klasse. Wer wie überlebt hat, aus Zufall oder durch Geschick, danach fragt keiner. Sie teilen vieles, nur nicht die Geister der Vergangenheit.

Ursula Krechel, geboren 1947 in Trier, lebt in Berlin. Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten. Sie debütierte 1974 mit dem Theaterstück „Erika“, das in sechs Sprachen übersetzt wurde. Erste Lyrikveröffentlichungen 1977, danach erschienen Gedichtbände, Prosa, Hörspiele und Essays. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Deutscher Buchpreis 2012.

Der Vorstand der Günter Grass Stiftung Bremen lädt ein zu dieser Lesung. Anmeldungen unter: monsees@grass-medienarchiv.de

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 30.10.2018
18:30

Ort
Haus der Wissenschaft

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