Ines Geipel: „Umkämpfte Zone“

„Mein Bruder, der Osten und der Hass“ –
Lesung und Gespräch mit der Autorin:

30 Jahre nach dem Mauerfall stellt die Bestseller-Autorin Ines Geipel fest: Seit 2015 haben sich die politischen Koordinaten unseres Landes stark verändert – insbesondere im Osten Deutschlands. Was hat die breite Zustimmung zu fremdenfeindlichem und rechtsextremem Gedankengut überhaupt möglich gemacht? Gemeinsam mit ihrem Bruder, den sie in seinen letzten Lebenswochen begleitete, steigt Ines Geipel in die »Krypta der Familie« und die Stasi-Vergangenheit ihres Vaters hinab. Geipel folgt den politischen Mythenbildungen des neu gegründeten DDR-Staates, seinen Schweigegeboten, Lügen und seinem Angstsystem, das alles ideologisch Unpassende harsch attackierte. Verdrängtes und Verleugnetes in der Familie korrespondiert mit dem kollektiven Gedächtnisverlust. Die unverarbeitete politische Vergangenheit führen sie zu den Krisen der Gegenwart.

Foto: Amac Garbel

Ines Geipel, geboren 1960, ist Schriftstellerin und Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Die ehemalige Weltklasse-Sprinterin floh 1989 nach ihrem Germanistik-Studium aus Jena nach Westdeutschland und studierte in Darmstadt Philosophie und Soziologie.

2000 war sie Nebenklägerin im Prozess gegen die Drahtzieher des DDR-Zwangsdopings. Ines Geipel hat neben Doping auch vielfach zu anderen gesellschaftlichen Themen wie Amok, der Geschichte des Ostens und auch zu Nachwendethemen publiziert.


Eine Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Bremen in Kooperation mit dem Bürgerhaus Weserterrassen e.V.

Eintritt frei

 

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 21.11.2019
18:00

Ort
Bürgerhaus Weserterassen

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