Ulrike Gies: „Kochbuch der Toten“

Ulrike Gies erinnert sich: An Birnenkompott, Mettbrötchen mit Zwiebeln und Bier, ein indonesisches Menü mit siebzehn Gängen, Buttercrèmetorte und Blumenkohl. Geschmack und Geruch überdauern alles, was andernfalls längst verfallen ist, und so, ganz wie es einst Proust geschieht, dessen Kindheit zu ihm zurückkehrt, als er eine Madeleine isst, entführen verbrannte Klöße oder Linsensuppe auch Gies in vergangene Zeiten. Sie nimmt uns mit dorthin, auf eine kulinarische Reise – über ihren Magen in die Vergangenheit hinein, aber auch in ihren heutigen Alltag, ihre Träume und Erfahrungen.
In Fragmenten, assoziativ, offen und häufig abrupt, evozieren weiße Bohnen Erinnerungen, erhalten das Leben der Toten, und das, obwohl die Eltern längst gestorben sind, die große Liebe auch, und der Körper im Rollstuhl gefangen ist. Nüchtern, erbarmungslos beschreibt sie die Krankheit der Mutter, den widerlichen Onkel, die Beerdigung der Tante, Gespräche bei Tisch oder die Nachbarsfamilie, und seziert humorvoll und trocken ihr eigenes Leben. Wie Aphorismen ziehen sich Reflektionen über den Tod, über das Leben durch das Buch – das Thema Essen: ein Rahmen für die Memoiren.

Ulrike Gies ist 1953 in Dortmund geboren und studierte Soziologie, Publizistik und Philsophie in Münster. Sie ist seit 35 Jahren schriftstellerisch tätig und verbrachte elf davon in Berlin. Zurzeit lebt und schreibt sie in Bremen.


Der Eintritt ist frei.
Bremer BuchPremiere – eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von Bremer Literaturkontor und Stadtbibliothek Bremen, in Kooperation mit dem Sujet Verlag.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 24.10.2018
19:00

Ort
Buchhandlung Leuwer

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