Preisträgerlesung mit Arno Geiger und Heinz Helle

Arno Geiger, Preisträger des Bremer Literaturpreises 2019, liest aus seinem 2018 im Hanser-Verlag erschienenen Roman „Unter der Drachenwand“, der Förderpreisträger Heinz Helle aus seinem 2018 im Suhrkamp Verlag erschienenen Roman „Die Überwindung der Schwerkraft“.


Arno Geiger wurde 1968 in Bregenz, Vorarlberg, Österreich, geboren. Er lebt seit 1993 als freier Schriftsteller in Wien und Wolfurt. 1997 erschien sein Debütroman „Kleine Schule des Karussellfahrens“.

„Unter der Drachenwand“: Veit Kolbe verbringt ein paar Monate am Mondsee, unter der Drachenwand, und trifft hier zwei junge Frauen. Doch Veit ist Soldat auf Urlaub, in Russland verwundet. Was Margot und Margarete mit ihm teilen, ist seine Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt. Es ist 1944, der Weltkrieg verloren, doch wie lang dauert er noch? Arno Geiger erzählt von Veits Alpträumen, vom „Brasilianer“, der von der Rückkehr nach Rio de Janeiro träumt, von der seltsamen Normalität in diesem Dorf in Österreich – und von der Liebe. Ein Roman über den einzelnen Menschen und die Macht der Geschichte, über das Persönlichste und den Krieg, über die Toten und die Überlebenden.


Heinz Helle wurde 1978 in München geboren, studierte Philosophie in München und New York und ist Absolvent des Schweizerischen Literaturinstituts. Er lebt heute mit Frau und Kind in Zürich.

„Die Überwindung der Schwerkraft“: Zwei Bier, und dann noch zwei – mehr braucht es nicht für etwas Nähe. Doch dass die Wärme des Alkohols nicht wirklich gegen die Kälte hilft, die draußen herrscht, wissen auch die beiden Brüder, die von Kneipe zu Kneipe ziehen. Der ältere trinkt längst ohne jeden Anlass, aus Trauer oder Wut angesichts einer Welt, die von Schmerzen und Leid, von Kriegen und Gewalt bestimmt ist. Und doch erzählt er dem jüngeren an diesem Abend nicht nur von Stalingrad und Marc Dutroux, sondern auch von seinem baldigen Vaterglück. Was beide nicht wissen: Es wird danach kein Wiedersehen geben. Nur einmal telefonieren sie noch miteinander. Der nächste Anruf, neun Monate später, ist die Nachricht vom Tod des älteren Bruders. Was bleibt, sind die Erinnerungen an ihn und Fragen: Warum das Ganze? Was wollen wir auf der Welt? Und was genau soll das überhaupt sein, leben und sterben?


Moderation: Dr. Lothar Müller (Süddeutsche Zeitung, Vorsitzender der Jury des Bremer
Literaturpreises 2019)

Die Veranstaltung findet im kleinen Saal statt.
Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 27.01.2019
18:00

Ort
Konzerthaus Glocke

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