Phantastischer Orient

logo_LeseArt200x150Im 19. Jahrhundert wurde – vor allem in Frankreich – eine Malerei etabliert, mit der ein bis heute anhaltendes Phantasma orientalischen Lebens erfunden wurde. Wer kennt sie nicht, die Märchen aus 1001 Nacht die in unbekannte, verzaubernde Welten führen? Die oft sehr naturalistischen angelegten Gemälde des Orients sind mit einer großen Präzision im Detail angelegt. Diese Genauigkeit hat dazu geführt, dass diese Bilder als Beschreibungen eines realen Ortes wahrgenommen wurden. Tatsächlich sind jedoch die meisten Maler des Orients nie dort gewesen, so dass ihre Bilder keine Abbilder, sondern phantasievolle Arrangements sind. Diese faszinierenden Bilder sind skurril, paradiesisch, geheimnisvoll und oft erotisch. In den 1980er Jahren wurden Bedenken hinsichtlich der dokumentarischen, aber auch wissenschaftlichen Intention formuliert. Der US-amerikanische Literaturtheoretiker Edward Said sprach vom „Orientalismus“ und betonte damit die europäische Erfindung des Phantasmas Orient.

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Mit Blick auf das 19. und beginnende 20. Jahrhundert zeigt die Kunstwissenschaftlerin Britta Petersen Bilder imaginierter, orientaler Orte (wie auch den Harem) und deren Protagonistinnen und befragt die dort geschaffene Identität des geheimnisvollen Fremden. Britta Petersen arbeitet an der Universität Bremen.

Foto: LESE-Art

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 04.12.2014
18:30

Ort
LeseArt im swb-Kundencenter

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