Peter Derleder: Kurzer Aufbruch in eine neue Welt

Bremer Buchpremiere

Zum Buch: Sebastian Franck, Protagonist des Romans, ist gerade als Kriminalwissenschaftler an die zu Beginn der 1970er Jahre gegründete Reformuniversität berufen worden. Von hier aus soll auch für den Jungprofessor der „Aufbruch in eine neue Welt“ beginnen. Die Zeiten der Außerparlamentarischen Opposition sind noch nicht vorbei. Ihre Protestaktionen, Härten, Warnungen und Sonderbarkeiten spiegeln sich in den ironisch-einfühlsamen Schilderungen der Ereignisse ebenso unverwechselbar wider wie ihre ernsten Ziele: Anti-Atom-Kampf, Humanisierung von Strafvollzug und Gesundheitswesen, Geschlechterverhältnis und Sexualität, Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit und Friedenserziehung. Peter Derleder klammert in seinem Universitätsroman über die Utopie einer besseren Gesellschaft selbst scheinbar Abseitiges nicht aus, und so zeichnet er ein außergewöhnlich literarisch-differenziertes Bild von jenem Jahrzehnt der Erneuerung, von dem wir noch heute zehren. Eindrucksvoll fängt er das Denken und Fühlen einer Generation ein, die trotz mancher Irrtümer und Rückschläge das Leben bereichert hat.

Zum Autor: Peter Derleder (1940-2018) war an der Bremer Universitat Professor für bürgerliches Recht, Wirtschafts- und Arbeitsrecht, nebenamtlich Richter am Oberlandesgericht und nach seiner Pensionierung längere Zeit als Anwalt tätig. Ein bemerkenswerter „homme de lettres“, wirkte er zugleich als Mitinitiator einer literarischen Gesellschaft und belebte durch sein Erzähltalent etliche Gesprächskreise.

Begrüßung: Helmut Donat

Einführung: Prof. Dr. Gert Sautermeister

Eva Derleder, Stadtschauspielerin in Karlsruhe und Schwester des Autors, liest aus dem neuen Roman.


Veranstaltet im Rahmen der „Bremer BuchPremiere“ von der Stadtbibliothek, dem Literaturkontor und dem Donat Verlag.

Eintritt frei

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 03.09.2019
18:00

Ort
Stadtbibliothek Bremen - Zentralbibliothek

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