Orna Akad: „Wadi Milech“

Der Roman „Wadi Milech“, geschrieben von der israelischen Schriftstellerin Orna Akad, Tochter bulgarisch-jüdischer Eltern, seit ihrer Jugend in engem Kontakt mit der palästinensischen Bevölkerung des Landes und mit einem Palästinenser verheiratet, ist nun auch in deutscher Sprache erschienen. Der Roman handelt von zwei Hauptfiguren, einem Israeli und einer Palästinenserin aus Furadiss, südlich von Haifa, auf dem Hintergrund des Ausbruchs der Zweiten Intifada im Jahr 2000.

Aus dem Buch: „Mahmud und Fathiye sind sich uneinig, ob es klug sei, zu dieser Demonstration zu gehen. Und inmitten dieser Diskussion: Mahmud erinnerte sich, wie sein Vater Ssalech jeden Morgen auf den Hügel im Dorf stieg, nur um wieder auf die Ruinen seines Dorfes Tantura zu blicken. Manchmal ging er auch in der Nacht hinauf und verfolgte den Lichtstrahl, der vom Leuchtturm kam. In seiner Brust verbarg er, was dort geschah, und schaute in die Weite. Den Schmerz verschließ er fest in einer Kiste, mit einem Schlüssel zugesperrt. Die Soldaten, die das Dorf erobert hatten, befahlen, das Geschehene auszulöschen, so löschte er es aus. Sie befahlen, nicht darüber zu sprechen, so schwieg er. Und so schwieg er jetzt schon zweiundfünfzig Jahre lang. Und was erhielt er als Preis für sein Schweigen? Das Leben, wenn man so seine Existenz nennen konnte…


Veranstalter: Die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft Bremen e.V., der AK-Nahost Bremen und das ICAHD (Israelisches Komitee gegen Hauszerstörung) in Kooperation mit dem Bremer Literaturkontor

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 23.10.2018
19:00

Ort
Villa Sponte

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