Lesungen „Vielleicht Esther“ und „Perversion“

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Die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin 2013 Katja Petrowskaja liest aus ihrem preisgekrönten Buch Vielleicht Esther und der Autor Juri Andruchowytsch hält eine Lesung zu seinem Roman Perversion. Im Anschluss finden Gespräche mit beiden Autoren statt.

 


Petrowskaja_Katja_78(c)Heike_Steinweg_SV_250Katja Petrowskaja (Foto: Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag), 1970 in Kiew geboren, studierte Literaturwissenschaft in Tartu (Estland) und promovierte in Moskau. Seit 1999 lebt sie in Berlin und arbeitet als Journalistin für russische und deutsche Print- Netzmedien. Seit 2011 ist sie Kolumnistin bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntags-zeitung. Für ihre Erzählung Vielleicht Esther erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis 2013.

Über ihr Buch:

Cover vielleicht estherHieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, »mit nachlässiger Routine« – wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut? Die unabgeschlossene Familiengeschichte, die Katja Petrowskaja in kurzen Kapiteln erzählt, hätte ein tragischer Epochenroman werden können: der Student Judas Stern, ein Großonkel, verübte 1932 ein Attentat auf den deutschen Botschaftsrat in Moskau. Sterns Bruder, ein Revolutionär aus Odessa, gab sich den Untergrundnamen Petrowski. Ein Urgroßvater gründete in Warschau ein Waisenhaus für taubstumme jüdische Kinder. Wenn aber schon der Name nicht mehr gewiß ist, was kann man dann überhaupt wissen?

Suhrkamp Verlag | März 2014 | 285 Seiten | 19,95 € | ISBN: 978-3-518-42404-9


Archiv Susanne SchleyerJuri Andruchowytsch (Foto: Susanne Schleyer/Suhrkamp Verlag), geboren 1960 in Iwano-Frankiwsk/Westukraine, dem früheren galizischen Stanislau, studierte Journalistik und begann als Lyriker. Mit seinen drei Romanen Rekreacij (1992), Moskoviada (1993), Perverzija (1999), die ins Polnische und Russische übersetzte wurden, ist er unfreiwillig zum Klassiker der ukrainischen Gegenwartsliteratur geworden. 2000 erschien in Polen Mein Europa (mit Andrzej Stasiuk), Ergebnis einer gemeinsamen Reise durch den unbekannten europäischen Osten.Andruchowytsch wurde mit dem Sonderpreis des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises 2005 der Stadt Osnabrück ausgezeichnet. Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Völkerverständigung 2006  wurde Juri Andruchowytsch im März 2006 anlässlich der Eröffnung der Leipziger Buchmesse verliehen.

Über sein Buch:

Cover perversionenStanislaw Perfecki, ein Held des ukrainischen Underground, Dichter und Happening-Künstler, wird zu einem internationalen Symposion über den postkarnevalistischen Irrsinn der Welt in Venedig erwartet. Unterwegs in die Lagunenstadt gerät er in die Fänge von Bohemiens im dekadenten München, verliebt sich in eine Frau, die jemand als Spitzel auf ihn angesetzt hat, und wird in dämonische Intrigen und erotische Exzesse verstrickt. Am offenen Fenster des Hotels am Canal Grande verliert sich Perfeckis Spur. Hat dieser Künstler der Masken, der Fälschungen, Verdrehungen und anderen »Perversionen« sein Verschwinden nur inszeniert? Fest steht: Wie in Bulgakows Der Meister und Margarita, Andruchowytschs »Musterbuch«, bricht das Übersinnliche in die Alltagswirklichkeit ein und übernimmt die Regie.

Suhrkamp Verlag | Oktober 2011 | 333 Seiten | 22,90 € | ISBN: 978-3-518-42249-6


Begrüßung durch Marieluise Beck, MdB.

Die Moderation führt Dr. Lore Kleinert von der globale°.

In Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremen.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 25.11.2014
19:00

Ort
Stadtbibliothek Bremen - Zentralbibliothek

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