Julie Otsuka: „Als der Kaiser ein Gott war“

Julie Otsuka ist eine der bekanntesten US-amerikanischen Autorinnen. Die Schriftstellerin, die heute in New York City lebt, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet; darunter mit dem PEN/Faulkner Award, dem Prix femina étranger oder dem Albatros Preis der Günter Grass Stiftung. In ihrem Buch, das jetzt in Deutsch unter dem Titel „Als der Kaiser ein Gott war“ (Lenos, 2019) erschienen ist, beschreibt sie eine bislang wenig bekannte historische Begebenheit. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor im Zweiten Weltkrieg wurden Zehntausende japanischstämmige Amerikaner interniert. Viele verschwanden spurlos. Julie Otsuka beschreibt ein beschämendes Kapitel US-amerikanischer Geschichte und greift zugleich eine universelle Thematik auf. Rassismus ist heute aktuell wie vor 75 Jahren. Julie Otsuka liest auf ihrer Lesereise insgesamt nur in fünf europäischen Städten. Bremen ist eine davon.

Ein sonniger Frühlingstag im Jahr 1942, Berkeley, Kalifornien. Am Postamt liest die Mutter den Evakuierungsbefehl, geht nach Hause und beginnt die wichtigsten Habseligkeiten der Familie zusammenzupacken. Wie Zehntausende weitere japanischstämmige Amerikaner in den Westküstenstaaten betrachtet man sie als Sicherheitsrisiko, seit die USA mit Japan im Krieg stehen. Schnörkellos, präzise und aufwühlend erzählt Julie Otsuka in ihrem Roman von der wachsenden antijapanischen Stimmung unter den bislang so freundlichen Nachbarn, der Deportation in ein Internierungslager im Wüstenhochland von Utah, den prekären Verhältnissen in den Baracken hinter Stacheldraht, von Angst und Einsamkeit – und schliesslich von der Rückkehr der Familie, für die nichts mehr so sein wird wie zuvor.


Eintritt 5€
Die Lesung findet im Foyer statt.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 10.12.2019
19:30

Ort
Theater Bremen

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