Marion Reich über das Leben der Pädagogin Elisabeth Forck

Marion Reich veröffentlicht die Biographie „Ich tat nur meine Christenpflicht“ über die Bremer Pädagogin Elisabeth Forck (1900-1988)

elisabeth forckBei vielen ihrer Schülerinnen noch in bester Erinnerung, war die einst bekannte Pädagogin Elisabeth Forck in der Öffentlichkeit über die Jahre in Vergessenheit geraten. Mit der Ausstellung „Frauen im Aufbruch – 100 Jahre bremische Wirtschafts- und Kulturgeschichte“, die 2011 im Bremer Rathaus stattfand, änderte sich das. Sie war eine der zwölf Frauen, die in Wort und Bild dem Publikum vorgestellt wurden und auf großes Interesse stießen. Für Marion Reich – neben einer persönlichen Motivation – ein zusätzlicher Ansporn, sich intensiver mit dem Leben dieser Frau zu beschäftigen.
Für die Biographie über die ehemalige Direktorin der Kleinen Helle wurde Autorin Marion Reich 2013 von der Wittheit zu Bremen mit dem „Bremer Preis für Heimat-forschung“ ausgezeichnet. Nun erscheint das Werk als Buch unter dem Titel „Ich tat nur meine Christenpflicht“.
Bei der Recherche zur vorliegenden Biographie trägt der Autorin zusammen, was das Leben von Elisabeth Forck (1900-1988) so besonders gemacht hat. Die Pfarrerstochter wird 1926 als damals jüngste Studienrätin Deutschlands Lehrerin an der Kleinen Helle. Später übernimmt sie die Schulleitung des Bremer Mädchengymnasiums.
Neben ihrem Wirken als Pädagogin sind vor allem ihr Einsatz im Kirchenkampf der Beken-nenden Kirche während des Dritten Reiches und ihr Vorsitz in der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit von Bedeutung. Ihr Kampf gegen den Antisemitismus und ihr Bemühen um ein christlich-jüdisches Miteinander werden zur Lebensaufgabe. Sie scheut keine Auseinandersetzung, gilt als streitbar, aber nicht dogmatisch, sondern ist vielmehr kompromissbereit und stets gewillt, auch beim Gegner positive Seiten anzuerkennen, heißt es an einer Stelle im Vorwort.
Immer wieder berichten Zeitzeugen, welchen Einfluss sie auf deren Lebensweg genommen hat. So nennt der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf seine Patentante Elisabeth Forck und ihren Einsatz für jüdische Gemeindemitglieder in seinem Buch „Gemeinsam statt einsam“ als Beispiel für Solidarität.
Marion Reich
Marion Reich, geborene Horn (Jahrgang 1945), wuchs in Bremen auf. Nach Studium und Berufstätigkeit als Diplom-Übersetzerin in Heidelberg und Hamburg lebt sie seit 2007 mit ihrem Mann wieder in Bremen. „Elisabeth Forck – Ich tat nur meine Christenpflicht“ ist ihre erste Veröffentlichung.
Foto: Schardt Verlag e. K.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 18.03.2015
18:00

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