globale°: Mohamed Mbougar Sarr „Le silence du choeur“

Literatur-Frühstück

Zum Buch: Zweiundsiebzig Männer kommen in einem sizilianischen Dorf an. Sie werden „Migrant“ oder „Flüchtling“ genannt. In Altino sind sie vor allem „ragazzi“ – also „Jungs“ -, die von der NGO Santa Marta betreut werden. Aber ihre Anwesenheit verändert den Alltag der kleinen Stadt sehr… Die ragazzi warten, dass man über ihre Situation entscheidet. Währendessen treffen sie verschiedene Figuren: einen komischen Pfarrer, der ihre Geschichte neu schreibt, eine engagierte Frau, die ihnen Schutz bietet, einen entschlossenen Mann, der ihnen Asyl verweigert, einen ehemaligen ragazzo, der Dolmetscher geworden ist, oder auch einen wilden Dichter, der nicht mehr schreibt. Jede Figur dieses Freskos wird zum Nachdenken gezwungen, was die Begegnung mit diesen Männern bedeutet, über den sie eigentlich nicht viel weiß. Jede Figur wirft einen einzigartigen Blick auf eine Situation, die doch weniger bekannt ist als man denken könnte. Diese verstimmten, gemischten Stimmen bilden zusammen einen Chor, in guten und in schlechten Zeiten, bis zum Ende, bis zur Stille, die von der letzten Stimme des Chors gefordert wird.

Foto: Mr Momar Niang

Mohamed Mbougar Sarr ist 1990 in Senegal geboren. Mit 12 wird er Schüler der Prytanée militaire in Saint-Louis, wo er 2009 mehrere Preise gewinnt. 2014 bekommt er für seine Novelle „La Cale“ den Stéphane Hessel Preis für junge französischsprachige Literatur. Er studiert Literatur, Geisteswissenschaften und Philosophie in Frankreich und hat zwei Romane veröffentlicht: „Terre ceinte“ (French Voices Award 2017, Grand Prix du roman métis 2015, Prix Ahmadou Kourouma 2015) und „Silence du Choeur“ (Prix Littérature-monde 2018, Prix littéraire de la Porte dorée 2018).


Die Veranstaltung findet in deutscher und französischer Sprache statt.
Moderation: Elisabeth Arend
Eintritt: frei
In Kooperation mit dem Institut franҫais Bremen

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 03.11.2018
11:00

Ort
Institut français

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