globale: Eröffnung – Abbas Khider und Anne Weber

Bei unserer Eröffnung unter dem diesjährigen Motto Verbotene Bücher sprechen wir mit zwei Autor*innen, die sich mit erlaubten und verbotenen Denkweisen an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten befassen.

Was für ein Leben! Geboren 1923 in der Bretagne, aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, schon als Jugendliche Mitglied der kommunistischen Résistance, Retterin zweier jüdischer Jugendlicher — wofür sie von Yad Vashem später den Ehrentitel »Gerechte unter den Völkern« erhalten wird –, nach dem Krieg Neurophysiologin in Marseille, 1959 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wegen ihres Engagements auf Seiten der algerischen Unabhängigkeitsbewegung… und noch heute an Schulen ein lebendiges Beispiel für die Wichtigkeit des Ungehorsams. Anne Weber erzählt das unwahrscheinliche Leben der Anne Beaumanoir in einem brillanten biografischen Heldinnenepos.

Foto: Thorsten Greve

Anne Weber, 1964 in Offenbach geboren lebt seit 1983 in Paris. Sie hat sowohl aus dem Deutschen ins Französische übersetzt  als auch umgekehrt. Ihre eigenen Büchern schreibt sie in deutscher sowie in französischer Sprache. Ihre Werke wurden u.a. mit dem Heimito von Doderer-Literaturpreis, dem 3sat-Preis, dem Kranichsteiner Literaturpreis und dem Johann-Heinrich-Voß-Preis ausgezeichnet.

Abbas Khider liest aus „Palast der Miserablen“: Shams Hussein ist ein normaler Junge mit ganz normalen Träumen. In der Hoffnung auf ein friedlicheres Leben ziehen seine Eltern mit ihm und seiner Schwester aus dem Süden des Irak nach Bagdad. Doch aus dem Streben nach einer besseren Zukunft wird in dem von Saddam Hussein beherrschten Land schnell ein Leben in existenzieller Not. Die Familie wohnt neben einem riesigen Müllberg, Shams arbeitet als Plastiktütenverkäufer, als Busfahrergehilfe, als Lastenträger. Und er liebt Bücher. In einer Zeit jedoch, in der ein falsches Wort den Tod bedeuten kann, begibt er sich damit in eine Welt, deren Gefahren er nicht kommen sieht. Ein persönlicher, höchst lebendiger Roman voll unvergesslicher Figuren.

Foto: Peter-Andreas Hassiepen

Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich als „illegaler Flüchtling“ in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman Der falsche Inder, es folgten die Romane Die Orangen des Präsidenten (2011) und Brief in die Auberginenrepublik (2013). Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, zuletzt wurde er u. a. mit dem Nelly-Sachs-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis geehrt.


Begrüßung:  Andreas Bovenschulte (Bürgermeister), Cornelius Neumann-Redlin (Unternehmerverbände im Lande Bremen)
Moderation: Rainer Moritz

Eintritt frei

Hinweis: Bitte melden Sie sich bis zum 15. Oktober unter folgender E-Mailadresse an: eroeffnung@globale-literaturfestival.de. Wir bitten Sie am Veranstaltungstag Ihre Plätze bis 17:45 Uhr einzunehmen.

>>Mehr Informationen gibt es hier

In Kooperation mit der Senatskanzlei und den Unternehmerverbänden im Lande Bremen e.V.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 27.10.2020
18:00 - 20:00

Ort
Bremer Rathaus

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