Géraldine Schwarz: „Die Gedächtnislosen – Erinnerungen einer Europäerin“

Welchen Einfluss hat Geschichtsaufarbeitung auf das Wachstum heutiger rechtspopulistischer Bewegungen? Géraldine Schwarz entdeckt eines Tages, dass ihr deutscher Großvater, ein Mitglied der NSDAP, 1938 im Zuge der Arisierung ein jüdisches Unternehmen in Mannheim erworben hat. Nach dem Krieg weigert sich Karl Schwarz, dem einzigen Überlebenden der in Auschwitz ermordeten Fabrikantenfamilie Reparationen zu zahlen. Hier beginnt die Recherche über drei Generationen der Familie, dabei stets mit der Frage, wie die Verwandten und andere sich der Vergangenheit stellten – auch in Frankreich, denn bald erfährt die Autorin, dass ihr Großvater mütterlicherseits unter dem Vichy Regime in einem Gebiet als Gendarm gedient hat, in dem Franzosen mit Razzien nach Juden suchten. Überdeutlich sind für sie die Unterschiede beim Umgang mit der nationalen Geschichte: Während in Deutschland Mitläufertum und Mittäterschaft zu bestimmenden Themen wurden, blendeten die Franzosen sie weitgehend aus.

Géraldine Schwarz (geb. 1974, in Straßburg) ist eine deutsch-französische Journalistin und Dokumentarfilmerin. Die langjährige Deutschland-Korrespondentin 
der Agence France Presse (afp) publiziert heute in verschiedenen internationalen Medien. Seit mehreren Jahren recherchiert sie für ein größeres Projekt in den Archiven des Bundesnachrichtendienstes. Sie lebt in Berlin.


Veranstalter Heinrich-Böll Stiftung Bremen, Institut français Bremen, Globale
Ort Institut français Bremen, Contrescarpe 19

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 23.01.2019
19:00

Ort
Institut français

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