Frontlinien | Des Lignes du front

Im Institut français Bremen lesen David Möhring und Philip Rieseberg den zweisprachigen Comic „Frontlinien | Des Lignes du front“ in deutscher und französischer Sprache und laden im Anschluss zu einer Diskussion mit dem Publikum ein.

„Am 3. August 1914 begann der Erste Weltkrieg. Mein lieber Junge, Du bist gerade neun Jahre alt geworden. Noch zu jung, um in den Krieg zu gehen, bist Du groß genug, um zu verstehen, dass Du es bist, Ihr es seid, die Kinder von neun Jahren, die später die Folgen zu ermessen und die Lehren aus diesem Krieg zu ziehen haben.“

Mit diesen Worten beginnt der zweisprachige Comic Frontlinien | Des Lignes du front von David Möhring und Philip Rieseberg, der den Leser mit ausdrucksstarken schwarz-weiß Bildern unmittelbar in die unerbittlichen Kämpfe zwischen Franzosen und Deutschen während des 1. Weltkrieges zieht und damit aufwühlend an die bewegte deutsch-französische Vergangenheit erinnert, eine Zeit, in der sich beide Seiten noch als „Erbfeinde“ gegenüberstanden.


 

Cover frontlinienEs ist Krieg. Die französischen Soldaten schreiben aus Ihren Schützengräben an ihre Familien in Frankreich. Auf der Gegenseite der Deutsche, der Feind.

Philip Rieseberg und David Möhring – beide aus Deutschland – haben mithilfe von Bildern der Gegenseite, der Deutschen, einen Text illustriert, der aus den Fragmenten originaler französischer Feldpostbriefe besteht.Text und Bild verschmelzen und liefern uns die zwei Sichtweisen eines absurden, grausamen und blutigen Krieges. Man kann nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden. So knüpfen die Gemeinsamkeiten zwischen Text und Bild an die Frage eines der Soldaten an: Wer ist der auf der Gegenseite? Ist er ein Mensch wie ich?
Die Bilder sind in einem klaren und düsteren fotografischen Stil gehalten. Sie verdeutlichen die Brutalität und den Wahnsinn der Kriegsszenen aus dem Blickwinkel der deutschen Soldaten und schaffen so den Kontrast zu der Zartheit und Menschlichkeit der Feldpostbriefe, zur bitteren Traurigkeit jener Männer, die jedesmal denken, daß dies ihr letzter Brief sein wird, ihr letzter Sturm aus dem Graben.
Dieses Buch ist zweisprachig erschienen, mit einer Hälfte auf Deutsch und einer auf Französisch.

Warum Verlag | 2012 | 112 S. | 12,20 € | ISBN : 9782365350013


Eine Kooperation der bremer shakespeare company mit dem Institut français und der Heinrich Böll Stiftung Bremen anlässlich des 100. Gedenkjahres an den 1. Weltkrieg.

 

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 24.10.2014
18:00 - 20:00

Ort
Institut français

Kategorie(n)