Friedo Lampe: Briefe und Zeugnisse

Gespräch mit dem Herausgeber Thomas Ehrsam

Friedo Lampe gilt als ewiger Geheimtipp der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts mit prominenten Bewunderern wie Alfred Andersch, Wolfgang Koeppen und Patrick Modiano. Sein schmales avantgardistisches Werk fällt ganz in die Zeit des Dritten Reichs, dem er gänzlich fern stand und dem er schließlich zum Opfer fiel. Sein erstes Buch „Am Rande der Nacht“ erschien Ende 1933 und wurde von den Nationalsozialisten sogleich verboten. Er wurde am 2. Mai 1945 von einer russischen Streife irrtümlich erschossen.

Thomas Ehrsam präsentiert erstmals die gesamte Korrespondenz Lampes – die Privat- ebenso wie die Verlagskorrespondenz des Lektors bei Goverts und Henssel. Der Kommentar legt besonderes Gewicht auf die Erhellung der Lebens- und Arbeitsbedingungen des Schriftstellers, Bibliothekars und Lektors, der sich von der Politik möglichst fern hielt, aber – nicht ganz ohne Kompromisse – im nationalsozialistischen Literaturbetrieb agieren musste. Die bisher fast gänzlich unbekannten kritischen Schriften Lampes und eine Sammlung von Zeugnissen seiner Freunde ergänzen den Band. Die Texte zeigen einen liebenswerten Genussmenschen und Idylliker mit durchaus dämonischen Zügen, dem die Zeitumstände zunehmend den Boden unter den Füßen entzogen haben.


Einführung: Thedel von Wallmoden
Bremer BuchPremiere – eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von Bremer Literaturkontor und Stadtbibliothek Bremen
In Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 07.03.2019
19:30

Ort
Buchhandlung Storm

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