Einmal brach ich mir das Bein…

Premiere des neuen Literatur- & Musik-Projekt von
Gotthart Kuppel und Ingo Ahmels

978-3-596-18117-9.301134Gibt man als Suchworte »Kafka+Lachen« bei google ein, erhält man viele Hinweise. Die übrigen Texte handeln von einem anderen Zwischenbereich, dem nach dem Leben, aber vor dem Tod. Dass der Titel bei Dir den Wunsch nach einer Erklärung hervorruft, hat Ingo und mich sehr gefreut. Was die Art des Vortrages betrifft: Voraussetzung aller Kafka-Texte ist eine derartige Hoffnungslosigkeit, dass man die komischen Elemente, die er benutzt, durchaus betonen soll. Es handelt sich ja bei ihm möglicherweise um eine Technik, der hoffnungslosen Lage etwas Erträgliches zu geben und dann – zu lachen.

Aus dem Briefwechsel zwischen einem Freund und G.K., während der Probenphase: Freund »Der Titel ist sicherlich faszinierend, ruft aber, jedenfalls bei mir, den Wunsch nach einer Erklärung hervor. Was weiter unklar ist: wie sind Eure Kafka-Texte sinnvollerweise vorzutragen? Du fandest Deine bisherige Vortragsweise zu ernst und zu streng, wie Du schreibst. Aber welche wäre angemessen? Eine leicht lächelnd-distanzierte Vortragsweise? Die wäre mir spontan sympathisch.
Mir scheint in diesem Zusammenhang die Frage zentral: Wie hat Kafka selbst das von ihm Erzählte wahrgenommen? Als ernsthaftes Problem? Oder eher als literarische Spielerei? Und wenn er es ernst genommen haben sollte: hat er damit Recht? Erzählt er von ernst zu nehmender menschlicher Problematik? Und falls nicht: wie wäre es dann vorzutragen?«

G.K. »Du wirst lachen: es ist mehrfach von Max Brod und anderen darauf hingewiesen worden, dass Kafka beim Vorlesen seiner eigenen Texte derart gelacht hat, dass er nicht mehr weiterlesen konnte. Er hat überhaupt gern gelacht. Und ich bin jetzt dabei, seine Komik aus den von mir gelesenen Texten herauszuholen. »Einmal brach ich mir ein Bein…« – Kafka zeigt hier doch auf komische Weise, wie sehr er sich selbst eigentlich in einem Zwischenbereich zuhause sah, nämlich krank im Bett.

„Einmal brach ich mir das Bein, es war das schönste Erlebnis meines Lebens“ – Franz Kafka


Lesung – Gotthart Kuppel | Flügelklänge – Ingo Ahmels

Der Eintritt ist frei. Ein Hut geht rum. Um Spenden wird gebeten.

 

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 05.12.2015
19:00 - 21:00

Ort
Villa Sponte

Kategorie(n)