Doğan Akhanlı: Madonnas letzter Traum

Foto: privat

Im Rahmen der Ausstellung „Hymnus et Lamentum“ von Gunter Gerlach wird Akhanlı aus seinem Roman „Madonnas letzter Traum“ lesen.

Doğan Akhanlı greift in Madonnas letzter Traum die Novelle Madonna im Pelzmantel des türkischen Dichters Sabahattin Ali auf und schreibt sie neu. Akhanlı macht Ali selbst zur Romanfigur. Auf seinem Weg ins Exil wird er 1948 von Angehörigen des türkischen Geheimdienstes getötet. Unmittelbar vor seinem Ableben gesteht er, Maria Puder sei in Wirklichkeit anders gestorben als in seiner Novelle. Madonnas letzter Traum ist der Versuch, die wahre Geschichte des Lebens und Todes von Maria Puder in der NS-Zeit zu entdecken. Der Roman verwebt fiktionale Elemente mit wahren historischen Ereignissen.

Zum Autor: Doğan Akhanlı, 1957 in der Türkei geboren, hat zahlreiche Romane und ein Theaterstück verfasst. „Die Tage ohne Vater” (dt. 2016) und „Madonnas letzter Traum” (türk. 2005) wurden zu den wichtigsten Romanveröffentlichungen der Türkei gewählt. Sein Kernthema ist die Auseinandersetzung mit den Genoziden des 20. Jahrhunderts. Aufgrund seiner politischen Haltung war er mehrfach in der Türkei inhaftiert; zuletzt wurde er 2017 in Spanien aufgrund eines türkischen Haftbefehls festgenommen und schrieb darüber das Buch „Verhaftung in Granada“. Heute ist Doğan Akhanlı ein mehrfach ausgezeichneter Schriftsteller und Menschenrechtler.


Lesung im Rahmen der Ausstellung HYMNUS ET LAMENTUM
Eine Veranstaltung des Sujet-Verlags.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 10.03.2020
19:00 - 21:00

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