Die Sprache kann der letzte Hort der Freiheit sein

Louis-Philippe Dalembert über die Haitianische Revolution

Louis-Philippe Dalembert wurde 1962 in Haiti geboren, dem Staat Lateinamerikas, der 1804 als erster seine Unabhängigkeit, eine kreolische Gesellschaft, begründete – ein Balanceakt und eine zivilisatorische Leistung, die es unter postkolonialen Hindernissen weiterhin in der Jetztzeit zu bestreiten gilt. Dalembert hat in Haiti die ersten 25 Jahre seines Lebens verbracht, durchstreift seither nach eigener Aussage als Vagabund die Welt und zählt zu den bedeutendsten Gegenwartsautoren. Seine Kernthemen sind die Kindheit unter einer Diktatur, die streng katholische Erziehung und seine weltbereisende Identitätssuche. Mit Haiti im Rücken, auf seinen Schultern und im Blick nach vorn.

>> Zum Buch: Wie kann man “von der Insel” stammen und trotzdem kaum eine Ahnung vom Voodoo haben? Diese Frage muss sich der Erzähler stellen lassen, als er sich bei einer Zeremonie blamiert. Schuld daran ist seine streng protestantische Großmutter, bei der er aufgewachsen ist und die ihn von solchem “Teufelszeug” ferngehalten hat. Die Neugierde des Jungen stachelt das nur an: Warum lässt seine Tante ein Festmahl vergraben? Was steckt hinter der Krankheit und der wundersamen Heilung seines Onkels? Wie vollzieht sich eine “Rückkehr nach Guinea”? Um endlich nicht mehr als das “Unschuldslamm” zu gelten, über das sich alle lustig machen, plant er einen großen Befreiungsschlag … Die Sicht des Kindes, seine Fragen und Ängste, gehen in die des Erwachsenen über, der seine Erinnerungen Revue passieren lässt.


Im Theater am Goetheplatz (Foyer).
In Kooperation mit dem Institut Français.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 16.10.2017
18:30

Ort
Theater Bremen

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