„Carl Dantz – Schulreformer und Kinderbuchautor. Eine Würdigung des Bremer Reformpädagogen zum 50. Todestag“

Am 17.08.2017 wird um 18.00 Uhr in der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen eine Ausstellung über Peter Carl Dantz eröffnet. Dies ist ein Kooperationsprojekt des Schulmuseum Bremen, der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe und der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen.

Der Lehrer Carl Dantz wurde über Bremen hinaus bekannt, weil er kindgerechte Bücher schrieb. Er wollte den Kindern der Hafenarbeiterfamilien Lektüre anbieten, die ihren Alltag in „modernen Schelmengeschichten“ widerspiegelte und ihnen so Lust zum Lesen machen sollte. Sein Kinderbuch „Peter Stoll – Ein Kinderleben, von ihm selbst erzählt“ wurde mehrfach aufgelegt.

Den einführenden Vortrag zur Ausstellung mit dem Titel „Den Sprachlosen eine Stimme geben – zum 50. Todestag von Carl Dantz“ halten Dr. Heidi Hahn und Dr. Brigitte Übel von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Den Kinderbuchautor Dantz entdeckten die beiden Dozentinnen, als sie mit Student*innen die Kinderliteratur der 1920er Jahre erforschten. Damals wurden erstmalig moderne Geschichten verlegt, die den realen Kinderalltag mit seinen Sorgen, Wünschen, Erlebnissen aufgriffen – anders als die bis dahin vorherrschenden Kinderbücher, die in erzieherisch belehrendem Ton ein idyllisches Klischee vom Kinderleben zeichneten.

Carl Dantz wurde am 3. Oktober 1884 als zweites Kind des Ehepaares Robert und Anna Dantz in Oldenburg geboren. Nach dem Besuch des Bremer Volksschullehrerseminars unterrichtete er an der Gemeindeschule in Huchting. Früh schloss sich Dantz der SPD an und trat dem Bremer Lehrerverein bei. 1910 wechselte er an die Schule am Holzhafen im Arbeiterviertel Walle. In diesen Jahren veröffentlichte er erste Kinderlieder. 1914 heiratete Dantz Wilhelmine Meyerbrink. Den Ersten Weltkrieg erlebte er als Frontsoldat in voller Härte.

Nach 1918 unterstützte Dantz weiter die Reformschulbewegung und wechselte 1926 an die Versuchsschule in der Helgolander Straße. Er wurde Klassenlehrer, übernahm die Schriftleitung der Schulzeitung, engagierte sich für die Schullandheime sowie für schulische Aktionen. 1947 wurde Dantz Schulleiter an der Helgolander Straße und arbeitete hier bis zu seiner Pensionierung.


Öffnungszeiten der Ausstellung:
Mo-Fr 8 bis 22 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr
Eintritt frei

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 17.08.2017
17:00

Ort
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen

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