Bremer BuchPremiere: »Der Stettiner Vulcan«

Martin Höft stellt sein neues Buch vor

Gegründet von zwei gebürtigen Hamburgern im Jahre 1851 in Bredow bei Stettin unter der Firma Fürchtenicht & Brock, 1857 umgewandelt in eine Aktiengesellschaft, zeigt die Unternehmens-Monografie »Der Vulcan in Stettin und Hamburg« ein getreues Spiegelbild der Geschichte des Eisenschiffbaues in Deutschland, ja der ganzen industriellen Entwicklung bis in die 1920er Jahre. Die Produktpalette des Unternehmens umfasste in der Hauptsache Handels- und Kriegsschiffe, Lokomotiven und Maschinen aller Art und Turbinen, hergestellt von zeitweise 22.000 Mitarbeitern.

der stettiner vulcan_martin höftDas Aufrücken in die erste Reihe der ersten Schiffbauanstalten der Welt erfolgte mit dem Bau des Doppelschraubendampfers Augusta Victoria und setzte sich fort mit Fürst Bismarck, welche erstmals das »Blaue Band« nach Deutschland holte. Neben einem Personenregister werden in gesonderten Aufführungen, chronologisch bzw. alphabetisch, die Verwaltungsratsmitglieder, die Ingenieure und Kaufleute in Führungspositionen, Meister, Beamten, Angestellten und Werksärzte vorgestellt. Ebenfalls enthalten sind ein Sachregister, die Entwicklung des Aktienkapitals und der gezahlten Dividenden, sowie eine Schiffsliste von 1904 bis 1930. Dass das Ende dieses einstigen deutschen Vorzeigeunternehmens 1928/29 ausgerechnet von Bremen aus diktiert worden ist, muss man schon als Ironie des Schicksals bezeichnen. In der Stadt an der Weser war schließlich mit dem Norddeutschen Lloyd jene Reederei beheimatet, welche den Aufstieg der Schiffbauschmiede an der Oder mit den Aufträgen für die ersten in Deutschland gebauten Reichspostdampfer auf den Weg gebracht hatte. Da das Archiv des Vulcan seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen anzusehen ist, und auch von den übrigen beteiligten Unternehmen keine zusammenhängen Unterlagen mehr vorhanden sind, wird es eine endgültige Klärung der Schuldfrage nicht geben. Es ist aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Bremer Schröderbank, die A.G. »Weser« und vermutlich auch politische Kreise in Bremen, ein großes Interesse daran hatten, die damals nach den Arbeitsmöglichkeiten größte und modernste Werft Deutschlands als Konkurrenzbetrieb im Interesse eigener Arbeitsplätze auszuschalten.


Im Rahmen der Bremer BuchPremiere, einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe von Literaturkontor und Stadtbibliothek. In Zusammenarbeit mit der Edition Falkenberg.

Die Veranstaltung findet im Wall-Saal statt.

Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 15.10.2015
18:00

Ort
Stadtbibliothek Bremen - Zentralbibliothek

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