„Bismarck – Eine Charakteristik“ von Max Lehmann

Buch- und Autorenpräsentation mit Dr. Gerd Fesser und Helmut Donat zum 200. Geburtstag von Bismarck

bismarck donat verlagMax Lehmann widersprach mit seiner Bismarck-Vorlesung an der Universität Göttingen seit 1906 der landläufigen Glorifizierung des Reichsgründers. Er gilt als der bedeutendste und profundeste Kritiker borussischer Geschichtsschreibung. Im Dezember 1906 schrieb er: „Bis jetzt bin ich wegen der in meiner Bismarck-Vorlesung begangenen Ketzereien noch nicht gesteinigt, aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.“
Kenntnisreich, sprachgewandt, scharfsinnig sowie mit glänzend treffenden Formulierungen trägt Lehmann seine klugen und unbestreitbaren Einsichten vor und charakterisiert Bismarck als einen Gewalt- und Machtpolitiker, der weit über seine Kanzlerschaft hinaus gewirkt hat. Nicht nur, aber auch im Jahr der Feiern zum 200. Geburtstag Bismarcks empfehlenswert.

Max Lehmann (1845-1929), zu dessen Lehrern namhafte Historiker wie Gustav von Droysen, Heinrich von Sybel und Leopold von Ranke zählten, wurde 1875 von Sybel in das Geheime Preußische Staatsarchiv berufen, wo er das umfangreiche Werk über „Preußen und die katholische Kirche seit 1640“ erarbeitete. Später an die Universitäten Marburg und Leipzig berufen, übernahm er 1906 in Göttingen den Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters und der Neuzeitlichen Geschichte. Hier hielt er bis zu seiner Emeritierung (1921) eine kritische Vorlesung über Bismarck, die der allgemeinen Bismarck-Glorifizierung widersprach und die seine Tochter 1948 in Buchform herausgab. Zudem setzte er mit seinen Biografien über Scharnhorst (1886/87) und den Freiherrn zum Stein (1902-05) neue Maßstäbe.

>>weitere Informationen zum Buch


Veranstaltet im Rahmen der „Bremer Buchpremiere“ von der Stadtbibliothek, dem Literatur-kontor, der Buchhandlung Leuwer und dem Donat Verlag

Foto: Donat Verlag

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 05.03.2015
18:30

Ort
Buchhandlung Leuwer

Kategorie(n)