1. Bremer Kinderbuchtage mit Jörg Isermeyer, Ulrike Kuckero und Anke Bär

Bei den 1. Bremer Kinderbuchtagen stellt das Bremer Literaturkontor fünf Bremer Kinder- und Jugendbuchautor*innen vor und lädt damit vor allem junge Leser*innen ein, über die beiden Tage verteilt unterschiedliche Autor*innen und Bücher zu entdecken. In den jeweils halbstündigen Lesungen können die Gäste in heitere, spannende und verspielte Geschichten abtauchen und sich zugleich in einer Art Bilderbuchkino an den eingeblendeten Illustrationen erfreuen, die in den meisten der vorgestellten Bücher den Text ergänzen. Nach den einzelnen Lesungen gibt es immer die Möglichkeit, die Autor*innen mit Fragen zu löchern oder in ihren zahlreichen Büchern zu blättern. Am Samstag gibt es zudem die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Workshops selbst im Schreiben, Zeichnen oder Kritzeln auszuprobieren. Abgerundet werden die Kinderbuchtage mit einer Podiumsdiskussion zum Thema Kinder-/Jugendbuch, die sich vor allem an Erwachsene richtet, die sich für das Thema interessieren und von den Autor*innen mehr darüber wissen wollen.

Am Sonntag werden Jörg Isermeyer, Ulrike Kuckero und Anke Bär aus ihren Büchern lesen.

In Jörg Isermeyers und Daniel Napps „Ene mene Eierkuchen“ wird fleißig gebacken: Eichhorn hat alles zurechtgelegt und legt los beim Eierkuchenbacken. Doch wo sind jetzt die Eier? Wo steckt das Mehl? » Eier, Eier, seid so lieb macht doch einmal Piep!« Die Zutaten melden sich, der Teig wird fertig. Dass der Eierkuchen (in bester Slapstick-Tradition) auf dem Kopf des Eichhorns landet, mindert nicht seinen Genuss – direkt vom Scheitel in den Mund.

Foto: privat

Jörg Isermeyer, geboren 1968 in Bad Segeberg, reiste als Straßenmusiker quer durch Europa. Nach seinem Studium der Soziologie, Psychologie und Pädagogik in Göttingen zog er die freie Künstlerlaufbahn einer Universitäts-Karriere vor und lebt heute (nach Stationen in Dresden und Berlin) als Schauspieler, Regisseur, Theaterpädagoge, Musiker und Schriftsteller in Bremen. Sein Stück „Ohne Moos nix los“, das im GRIPS-Theater uraufgeführt wurde, erhielt den Berliner Kindertheaterpreis und wurde für den Mühlheimer KinderStückePreis nominiert.

Ulrike Kuckero liest aus ihrem Buch „Till Wiesentroll“: Im Berg donnert es, und zwar jede Nacht. Kein Tier im Wald kann mehr schlafen und daran ist nur der riesige Bergtroll schuld. Dagegen muss man doch etwas tun! Zum Glück haben Till Wiesentroll und seine Freunde eine richtig gute Idee, wie sie ihn überlisten können. Doch dann stecken sie bei einem schlimmen Unwetter in einer Höhle fest. Und ausgerechnet der Bergtroll entdeckt sie dort …

Ulrike Kuckero, geboren in Bremen, wollte bereits als Kind Schriftstellerin werden, die dicke Bücher schreibt. Dies jedoch gestaltete sich schwieriger als angenommen. Also ging sie zunächst in die Schule, um das Lesen und Schreiben richtig zu lernen. Sie erhielt Klavierunterricht und erwog Jahre später ein Musikstudium. Doch dann war ihr das Lesen von dicken Büchern wichtiger, und sie besuchte verschiedene Universitäten, um alles über deutsche und englische Literatur zu lernen. Der Musik blieb sie jedoch stets verbunden und fand überall ein Klavier, um darauf zu üben. Nach dem Studium in Kiel, New York und Hamburg kehrte sie nach Bremen zurück. Inzwischen ist es ihr gelungen, Bücher zu schreiben, allerdings nicht so dicke.

Anke Bär gibt eine illustrierte Lesung aus „Kirschendiebe“: Es ist das größte Glück der Welt, dass wir hier gelandet sind. Auch wenn es das größte Unglück der Welt ist, das uns hergebracht hat.“ Lotte wohnt in einem Forsthaus, obwohl ihr Papa gar kein Förster ist. Grund dafür ist der Krieg, der ihrem Vetter Knut den Vater genommen hat und Lehrer Fettig ein Auge. Seit die grässliche Frau Greßmann im Forsthaus das Sagen hat, ist vieles verboten – Kirschenpflücken zum Beispiel. Doch Lotte lässt sich nicht unterkriegen. Wer Kirschen haben will, muss sie eben klauen. Und dass nur Jungs Lederhosen tragen dürfen, sieht sie schon gar nicht ein! Ein Buch, das von einer Kindheit in der Nachkriegszeit erzählt und zu vielen Gesprächen zwischen den Generationen Anlass gibt.

Foto: Tristan Vankann

Anke Bär, hat sich 2009 als Illustratorin selbstständig gemacht und arbeit seitdem neben und auch zusammen mit ihren Kolleginnen Uta Ratz (Grafik und Illustration) und Tale Jo König (Buchbinderei und Grafik) im Atelier Ratzbärkönig in Bremen. Über die Jahre hat sie erkannt, dass sie sich nicht zwischen all ihren Einzelinteressen und Fähigkeiten entscheiden muss. Wie Puzzlesteine haben sie sich ineinander gefügt, haben sich um die Illustration gruppiert und ihr ein Berufsfeld beschert, das ihrem Generalistentum gerecht wird.


Eine Veranstaltung des Bremer Literaturkontor

Hinweis: Der Eintritt zu den Lesungen ist frei, aufgrund der aktuellen Situation ist die Teilnehmerzahl bei allen Veranstaltungen jedoch begrenzt und eine Anmeldung nötig. Daher bitten wir für jede einzelne Lesung um verbindliche Reservierungen per Mail an booking@kukoon.de (jeweils mit Angabe der Personen). Bitte denken Sie auch daran, beim Betreten der Veranstaltungsortes einen Mundnasenschutz zu tragen.

>> Mehr Informationen gibt es hier

Programm

SA 21.11.
11 Uhr: Anna Lott “Elli Siebenschläfer entdeckt Weihnachten” Lesung mit Bildern (ab 4 J.)
14 Uhr: Will Gmehling „Freibad“ (ab 9 J.)
17 Uhr: Valeska Scholz – Illustrationsworkshop Workshop (ab 9 J.)
20 Uhr: Podiumsdiskussion zum Thema Kinder-/Jugendbuch

SO 22.11.
11 Uhr: Jörg Isermeyer “Ene, mene Eierkuchen” Bilderbuchkino mit Akkordeon (ab 3 J.)
14 Uhr: Ulrike Kuckero “Till Wiesentroll” (ab 5 J.)
17 Uhr: Anke Bär „Kirschendiebe“ illustrierte Lesung (ab 9 J.)

Eine Veranstaltung des Bremer Literaturkontor in Kooperation mit dem Kukoon

gefördert von der VGH-Stiftung und der Waldemar Koch Stiftung

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 22.11.2020
11:00

Ort
Kukoon - Kulturcafé

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