Prager Literaturstipendium geht an Marius Hulpe

Das Prager Literaturstipendium geht in diesem Jahr an den 1982 in Soest geborenen Lyriker und Prosaautor Marius Hulpe. Ab dem 1. September wird der Preisträger via Blog-Tagebuch auf www.pragernotizen.de über seinen Aufenthalt aus der tschechischen Hauptstadt berichten und dort im Rahmen des Festivals „Literatur im Park“ lesen.

Marius Hulpe lebt nach Auslandsaufenthalten in Polen und Indonesien heute wieder in Berlin. 2008 erschien sein vielbeachteter erster Gedichtband ›Wiederbelebung der Lämmer‹ im Ammann Verlag. Es folgten die Bände ›Einmal werden wir‹ (2013) und ›Süße elektrische Nacht‹ (2014) sowie der Essay ›Der Polen-Komplex‹ (Hanser 2016). Für seine Gedichte wurde Marius Hulpe bereits mehrfach ausgezeichnet. Im August erscheint sein erster Roman „Wilde grüne Stadt“ bei Dumont.

Zur Begründung der Jury: „In seinem eingereichte Prosatext verbindet Marius Hulpeauf amüsante Weise die Magie der Moldau-Metropole mit den profanen Alltagserfahrungen aus seiner spröden westfälischen Heimat. Der Autor schickt seine junge Hauptfigur mit einem Rentnerbus auf Kaffeefahrt nach Böhmen, was nach erfolgreicher Flucht und einigen kurzen Zwischenstopps an einem Schlafplatz für Obdachlose in der Bahnhofshalle endet. Die scheinbar zufällige Verrückung seiner Figuren, die Suchbewegungen zwischen vertrautem Terrain und fremden Orten, scheinen auch in diesem Kurztext als wichtiges Motiv von Hulpes schriftstellerischer Arbeit durch. Hier zeigt sich ein souveräner Erzähler mit hochaktuellen Fragen unserer Zeit.


Das Prager Literaturstipendium ist mit 1.000 Euro dotiert. Neben dem Preisgeld erhält die Preisträgerin einen vierwöchigen Aufenthalt in einer Wohnung in der Altstadt von Prag.

Die deutsch-tschechische Autorenförderung wird realisiert vom virtuellen Literaturhaus Bremen, dem Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren und dem Verein Porta Bohemica.


Bisherige Preisträger*innen: Juliana Kálnay (2018), Inge Buck (2017), Gesa Olkusz (2016), Rena Dumont (2015), Akos Doma (2014), Volker Harry Altwasser (2012), Christiane Neudecker (2011) und Susanne Berkenheger (2010).

Diverse People Remember

Das internationale Projekt Diverse People Remember möchte ein „Archiv von geteilten Leben“ aufbauen, um die schwierigen Altlasten der Vergangenheit miteinander zu teilen. Kinder und Jugendliche sind aufgefordert, die Geschichten ihrer Großeltern und Eltern zu erzählen und in eigenen Texten zu sammeln.

Seit März 2019 beteiligt sich das virtuelle Literaturhaus Bremen gemeinsam mit den Schulzentrum Walle und dem deutsch-polnischen Schriftsteller Artur Becker an dem internationalen Projekt der Sylt Foundation. Jeder der entstandenen Texte ermöglicht einen Einblick in eine interkulturelle Familiengeschichte – mutig, berührend und spannend.

>> zu den Texten

Der Weg nach Deuschland Selin Karaca
Gäste in Almanya Rabia Yakac
Wenn zwei Wege zu einem werden Amelie Büsing
Familie Zengin Kenan Zengin
Meine Heimat Derya Tut
Der Tod als Begleiter Daria Schwabe
Mitten im Bombenhagel Marleen Krause
Zufall oder Schicksal? Cara Schulze
Lebensgeschichte meiner Mutter Louisa Reimer
Flowers Green Gina Grote
Der Bezirk Huzur Bogatekin
Die Diaspora Arijan Bakiji
In Gedenken Yolenn Mindt
Die Einwanderung meines Großvaters und meines Vaters Erijona Nrecaj
Aus Sicht meiner Mutter (das traurige Geschehen) Jasja Mustapha
Vom Norden Afrikas nach Europa Amina Louaye
Die Geschichte meiner Oma Tim an Haack
Ohne Titel Selenay Karakaya
Aufgewachsen in Guinea Emilia Mariam Camara
Weg meines Onkels nach Deutschland Mervan Dag
Der Neuanfang Tarkan Sättele


Unsere Partner: Schulzentrum Walle, Sylt Foundation, start Jugend Kunst Stiftung Bremen, Sparkasse Bremen und Stadtbibliothek Bremen