Schreib‘ mal wieder! Nähe in Zeiten von Distanz

Wie schafft man Nähe bei einem Abstand von 1,50 bis 2 Metern und Besuchsverbot? Die Bremer Schriftstellerin Betty Kolodzy wagt das Experiment und greift in dieser Zeit des gefühlten Stillstands auf eine aus heutiger Sicht antiquierte Form der Kommunikation zurück: den Brief. Die bekennende Nicht-WhatsApp-Userin Betty Kolodzy freut sich ab sofort über handgeschriebene oder getippte Post zum Thema „Nähe“: Texte, Postkarten, Gedichte, Kurzgeschichten, Miniaturen oder klassischen Briefe können an folgende Adresse gesendet werden:

Bremer Literaturkontor, Goetheplatz 4, 28203 Bremen

Stichwort: Projekt „Nähe“

Wer eine Antwort der Autorin erhalten möchte, gibt auf dem Brief einfach die eigene Adresse an.

Foto: Kerstin Rolfes

Betty Kolodzy, geboren 1963 in Wolfenbüttel, wuchs in München auf. Später zog es sie über Stationen in Marseille, London, Granada für mehrere Jahre nach Berlin. Die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin und Kommunikationswirtin arbeitete viele Jahre im interkulturellen Bereich. Heute lebt sie, nach einem Abstecher nach Istanbul, als freie Autorin in Bremen und lehrt Kreatives Schreiben.

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Aussschreibung: Bremer Netzresidenz

Zur Förderung der Literatur in den Digitalen Medien vergibt der Verein Bremer Literaturhaus [virt.] e.V. mit Unterstützung des Senators für Kultur alle zwei Jahre die „Bremer Netzresidenz“ als Online-Stipendium im virtuellen Literaturhaus Bremen.

Gefördert werden Autorinnen und Autoren, die bereits auf Veröffentlichungen verweisen können. Schwerpunkt des Projektes soll die Auseinandersetzung mit dem virtuellen Medium sein. Dabei wird besonderer Wert auf den Einsatz innovativer literarischer bzw. künstlerischer Verfahrensweisen gelegt. Onlineprojekte, die ihren Fokus auf den Literaturaustausch im internationalen Kontext legen, werden besonders gefördert.

>> Bremer Netzresidenz

Der Aufenthalt der/s Bremer Netzresidentin/en im virtuellen Literaturhaus beginnt am 01. Oktober und endet am 31. Dezember 2020. Im Anschluss wird der Preisträger/die Preisträgerin eingeladen, ihr/sein Projekt in einer öffentlichen Veranstaltung in Bremen und in weiteren Literaturhäusern zu präsentieren. Das Stipendium ist einmalig mit 2.500.- €. dotiert. Eine unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe. Reisekosten werden nach Absprache übernommen. Ein vierwöchiger Aufenthalt im „kunst:raum sylt quelle“ auf der Insel Sylt wird in Kooperation mit der sylt foundation ebenfalls angeboten.

Bewerberinnen und Bewerber sollten eine kurze Projektskizze (max. 1 DIN A4-Seite) einreichen, die die Idee des literarischen Netzprojektes überzeugend darstellt. Bewerbungsschluss ist der 15.06.2020. Projektskizze und Kurzvita senden Sie bitte per e-Mail an: heike.mueller@literaturhaus-bremen.de

Die „Bremer Netzresidenz“ wird realisiert vom virtuellen Literaturhaus Bremen. Mit freundlicher Unterstützung durch den Senator für Kultur.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören Benjamin Lauterbach, Norbert Hummelt, Finn-Ole Heinrich, Susanne Berkenheger, Ulrike Draesner, Nora Bossong, Nikolas Hoppe, Jens Laloire, Bas Böttcher und Sabine Scho.

Buchtipp: „Power“ von Verena Güntner

Mit „Power“ war Verena Güntner für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 nominiert – auch wenn es mit der Auszeichnung letztendlich nicht geklappt hat, ist doch der Roman allemal lesenswert.

Die Autorin Verena Güntner (Bild: Stefan Klüter), 1978 in Ulm geboren, spielte nach ihrem Schauspielstudium viele Jahre am Theater. Ihr Romandebüt „Es bringen“ (2014) wurde für die Bühne adaptiert und mit dem deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Verena Güntner erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. den Kelag-Preis beim Bachmann-Wettbewerb und das Berliner Senatsstipendium. Sie lebt in Berlin.

>> Gespräch mit Verena Güntner bei Radio Bremen Zwei

Worum geht es? Die selbstbewusste Kerze ist gerade noch ein Kind. Sie lebt in einem kleinen, von Wald und Feldern umgebenen Dorf, das nur noch wenige Bewohner hat. Doch Kerze ist hier fest verwurzelt. Eines Tages geht Power verloren, der Hund einer Nachbarin. Kerze macht sich auf die Suche nach Power und verspricht, den Hund zurückzubringen. Koste es, was es wolle. Denn Kerze hält, was sie verspricht. Immer! Sie geht methodisch vor, durchstreift das Dorf und die Felder, tastet sich immer näher an Power heran. Beobachtet wird sie dabei von den Kindern des Dorfes, die sich ihr nach und nach anschließen. Ein ganzes Rudel bildet sich, das bellend und auf allen vieren Powers Fährte aufnimmt. Als klar wird, dass sie ihn nur außerhalb der Dorfgemeinschaft finden können, verlassen die Kinder das Dorf und ziehen in den Wald.

>> Buchtipp von Katrin Krämer zu „Power“ bei Radio Bremen Zwei