Poedu – Poesiewerkstatt für Kinder mit Shirin Nowrousian

Sprache als Quelle, Ventil und Befreiung für Kinder – das ermöglicht „Poedu“, die Poesiewerkstatt der Autorin und Journalistin Kathrin Schadt. Jeden Freitagmorgen stellen bekannte Poet*innen den teilnehmenden Kindern eine Poesieaufgabe. Innerhalb einer Woche können die Kinder die Ergebnisse untereinander austauschen und miteinander in Kontakt kommen. Am nächsten Freitag wird dann veröffentlicht. Am 15.05. war die Bremer Autorin Schirin Nowrousian eingeladen und stellte folgende Aufgabe: „Stell Dir vor, es gibt noch Drachen! Greif zum Stift und schreib dazu ein mindestens 4-zeiliges Gedicht.“ Herausgekommen sind viele spannende Texte, die jetzt auf Facebook nachgelesen werden können.

Bild: Poedu

„Mein kleiner süßer Drache
Er ist klein und fliegt ganz gut
Und hat ne Menge Mut
Er ist blau und zwar sehr hell
Leuchtet nicht und ist nicht grell
Süß ist er und sehr, sehr nett
Und hat bei mir ein kleines Bett
Klein und dicklich ist er auch
Ganz ohne Rauch“ – Peter Plappergei, 7 Jahre

Am 29.05. übernimmt der Bremer Michael Augustin die poedu-Patenschaft. Die Ergebnisse werden am 05.06. veröffentlicht. Mit dabei waren oder sind in den kommenden Wochen unter anderem auch Tanja Langer, Michael Stavaric, Uljana Wolf und Tobias Elsässer. Zum Abschluss des Projektes wird außerdem eine Poesieanthologie von Kindern für Kinder erscheinen. 2021 findet zudem eine Lesetour im deutschsprachigen Raum statt, die auch in Bremen Station macht, denn das virtuelle Literaturhaus ist neben vielen weiteren Literaturhäusern Partner des Projektes.

Schirin Nowrousian (Foto: © Nowrouz Photography) lebt momentan in Bremens Umzu. Sie hat Romanistik, Germanistik und Kunstgeschichte in Deutschland und Frankreich (Mainz, Dijon, Berlin) sowie Theater- und Literaturwissenschaften in Paris studiert. Sie arbeitet, neben der Autorentätigkeit, u.a. als Übersetzerin & Dolmetscherin, Lektorin, Dramaturgin und Sprachlehrerin.

Michael Augustin (Foto: Olli-Pekka Tennilä) wurde 1953 in Lübeck geboren. In Kiel und Dublin studierte er anglo-irische Literatur und Volkskunde. Heute lebt er mit seiner Frau, der indischen Schriftstellerin Sujata Bhatt, in Bremen. Er schreibt Gedichte, Minidramen und Kurzprosa und beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit Lyrik für Kinder, sowie visueller Poesie.

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Stimmen aus der Isolation: Lutz Seilers „Stern 111“

Auch wenn zur Zeit keine Veranstaltungen stattfinden können, bleibt das Literaturhaus Oldenburg mit seinem Publikum und den Schriftstellerinnen und Schriftstellern in Kontakt, die für Lesungen eingeladen waren. In der Reihe „Stimmen aus der Isolation“ werden die Gespräche schriftlich geführt, die eigentlich auf der Bühne hätten stattfinden sollen. Silke Behl hat mit Lutz Seiler über seinen Roman „Stern 111“ gesprochen – über den Goldstaub, der seine Geschichte vorantreibt, die Beziehung zu den Eltern und das Gedichteschreiben.

>> Zum Austausch zwischen Silke Behl und Lutz Seiler

Zwei Tage nach dem Fall der Mauer verlassen Inge und Walter Bischoff ihr altes Leben – die Wohnung, den Garten, ihre Arbeit und das Land. Ihre Reise führt die beiden Fünfzigjährigen weit hinaus: Über Notaufnahmelager und Durchgangswohnheime folgen sie einem lange gehegten Traum, einem „Lebensgeheimnis“, von dem selbst ihr Sohn Carl nichts weiß. Carl wiederum, der den Auftrag verweigert, das elterliche Erbe zu übernehmen, flieht nach Berlin. Er lebt auf der Straße, bis er in den Kreis des „klugen Rudels“ aufgenommen wird, einer Gruppe junger Frauen und Männer, die dunkle Geschäfte, einen Guerillakampf um leerstehende Häuser und die Kellerkneipe Assel betreibt. Im U-Boot der Assel schlingert Carl durch das archaische Chaos der Nachwendezeit, immer in der Hoffnung, Effi wiederzusehen, „die einzige Frau, in die er je verliebt gewesen war“.

>> Zum Hörbuchtipp „Stern 111“ in unserem Audio-Archiv

Lutz Seiler wurde 1963 in Gera/Thüringen geboren, heute lebt er in Wilhelmshorst bei Berlin und in Stockholm. Nach einer Lehre als Baufacharbeiter arbeitete er als Zimmermann und Maurer. 1990 schloß er ein Studium der Germanistik ab, seit 1997 leitet er das Literaturprogramm im Peter-Huchel-Haus. Für sein Werk erhielt er mehrere Preise, darunter den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Bremer Literaturpreis, den Uwe-Johnson-Preis, 2014 den Deutschen Buchpreis und den Preis der Leipziger Buchmesse 2020.