Der Buchtipp des Monats: „Wassererzählungen“ von John von Düffel

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Magali Sander Fett, Tänzerin und Choreografin empfiehlt ein Buch, das von Wasser in allen erdenklichen Formen erzählt, vor allem aber von den Menschen, die sich darin spiegeln. In der gemeinsamen Tanzproduktion mit Frauke Scharf „Schweres Wasser“ die vom 4. bis 6.12. in der Schwankhalle Bremen zu sehen ist, unternehmen sie den Versuch Erzählungen in Bewegungen zu übersetzen. Besonderes Premierenbonbon: John von Düffel kommt am 4.12. zu einer Lesung.

„»Wir kehren immer zum Wasser zurück« ist der erste Satz , den John von Düffel in Prosa geschrieben hat. Seine Leidenschaft gilt dem Wasser und dem Schwimmen. In vielen Büchern hat der vielfach ausgezeichnete Autor dies zum Thema genommen. Unglaublich präzise und faszinierend schreibt er von Flüssen, Meer, Regen, Nebel und Eis. Er selbst liebt die Begegnung mit dem Element Wasser und genießt die meditative Ungestörtheit und die große Einsamkeit im Wasser.

Vordergründig ist „Wassererzählungen“ ein Buch über das Wasser und zugleich ist es viel mehr als das. Von Düffels elftes Werk vereint Geschichten, die nicht nur von knisternden Eisschichten und ins Wasser eintauchenden Körpern, im Dialog mit dem feuchten Nass handeln. Die sinnlich-poetischen Bilder nehmen einen wie ein Sog mit in die seelischen Zustände der Protagonisten. Der Leser dringt immer tiefer ein in ganz persönliche Welten, die es zu ergründen gilt: z.B. in den Kosmos der Tochter, die dem Vater entwächst, der Schwimmerin im Pool eines Stararchitekten oder des Ostseeschwimmers im Winter. Der Facettenreichtum ist unerschöpflich und macht dieses Buch zu einem Muss an einem grauen Herbsttag, öffnet es doch den Blick in den Horizont und die Weite des Wasser.“
Wassererzählungen
John von Düffel
„Wassererzählungen“
Erzählungen, 2014
DUMONT, € 19,99

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