Bas Böttcher – Ein Porträt

Mittlerweile ist die Poetry-Slam-Szene ganz selbstverständlich Teil des literarischen Betriebs. Bas Böttcher gilt als Begründer dieser Szene, er ist der  „Pop-Poetry-Pionier“ Deutschlands. Der 1974 in Bremen geborene Autor gewann 1997 die ersten deutschen Poetry-Slam-Meisterschaften. Damals kamen 200 Besucher, in den Jahren danach entstand ein wahrer Boom und bis zu 14.000 Zuhörer versammelten sich, um den „Dichterwettsreiten“ zu lauschen.
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Foto: Daniel Tepe

Bas Böttcher beschreibt sein Wirken so:
„Im Zentrum meines Interesses steht das gesprochene Wort. Klang, Rhythmik und Dynamik sind wesentliche Elemente in meiner lyrischen Arbeit. Rap-Beats haben mich genauso beeinflusst wie die von Walter Höllerer herausgegebenen ´Dokumente zur Poetik´. Meine Texte betrachte ich als sinnliche Ereignisse. Sie finden auf Lesebühnen, im Fernsehen, in Literaturhäusern, in Diskotheken, in Bibliotheken, auf Festivals und in Büchern statt.“
Der Text ist, einmal als Idee auf Papier, also noch längst nicht fertig, denn er braucht dringend den präsenten Zuhörer als reagierendes Gegenüber  – erst durch den Vortrag, die Performance, wird Böttchers Lyrik lebendig und zum „Werk“. In seinen Texten werden unscheinbare Alltagsdinge und ganz gewöhnliche Abstrusitäten beleuchtet, wie hier im ‚Sommersonnengefühl‘: ‚Jedes Jahr, so im Juni Juli / summen Unsummen von Hummeln in der Luft rum. / Ich seh, wie sie über Liegewiesen fliegen oder über Gras rasen.‘ […]

Zu seinen Auftritten als Slammer gesellten sich im Anschluss an den Sieg der Poetry-Slam-Meisterschaft weitere Jobs und Projekte: Böttcher gibt Workshops, veröffentlicht Bücher mit eigener Lyrik (u.a. „Vorübergehende Schönheit“, Voland&Quist) und über Slam-Lyrik („Die Poetry-Slam-Fibel“, das erste Standardwerk zum Thema, erschienen im Satyr Verlag). Er war Gastdozent für das Deutsche Literaturinstitut in Leipzig, lehrte am Deutschen Literaturarchiv Marbach oder am Goethe Institut. Seine Tourneen finden auf der ganzen Welt statt. Im Auftrag der Deutschen Schulen von Singapur, Hongkong, Shanghai und Beijing tourte er quer durch Ostasien. Seine „Textbox“, eine Sprecherkabine aus Plexiglas, in der Poeten auftreten und über Kopfhörer mit dem Publikum verbunden sind, wird weltweit auf vielen Buchmessen ausgestellt.

Wer sich näher über das Werk und Wirken von Bas Böttcher informieren möchte, besucht am besten seine Website: www.basboettcher.de

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