Serena Bilanceri

Foto: Privat

Aufgewachsen in einem Dorf inmitten der toskanischen Hügellandschaft, studierte Serena Bilanceri Kommunikationswissenschaften in Italien, bevor sie nach Bremen umzog. In der Stadt, die zu ihrer zweiten Heimat wurde, arbeitete sie u.a. mit Film und Medien. Und natürlich schrieb sie weiterhin, meistens Gedichte. Nach einem Erasmus Mundus Master in Tübingen, Schottland und Spanien kehrte sie nach Bremen zurück. Jetzt arbeitet sie als freie Journalistin. Inzwischen ist eine zweite Fassung von ihrem ersten Gedichtband erschienen, „Fino alla fine dell’illusione“, sowie eine neue Sammlung, „Fluire“. Meistens sind die Texte auf Italienisch, einige auf Deutsch und Englisch. Sie ist in England mehrfach mit der Literaturgruppe The Poetry Brothel aufgetreten, sowie in Deutschland und Italien. Für ihre Gedichte hat Serena Bilanceri mehrere Auszeichnungen in Italien erhalten.

Fino alla fine dell’illusione (Bis ans Ende der Illusionen) ist eine Sammlung von Gedichten, die sich über ein Jahrzehnt erstrecken und eine Geschichte erzählen. Nicht jedoch eine vollendete Geschichte, sondern eine wandelbare, offene Erzählung, die sich mit vielen anderen verflicht. Sie besteht aus Fragmenten, Momenten, wo das „Ich“ der Autorin in den Hintergrund tritt und für tiefere Überlegungen über das Wesen der Elemente, die unser Leben ausmachen, Platz schafft. Die Autorin wirft außerdem einen kritischen Blick über Gesellschaft, politische und soziale Ereignisse, und verbindet damit Poesie und politisches Engagement. Fino alla fine dell’illusione ist 2016 als Taschenbuch wieder veröffentlicht worden – mit neuen Gedichten. Das Buch ist auch über Mondadori, Amazon und Prospero Editore erhältlich.

Fluire (Fließen) ist eine Sammlung experimenteller Gedichte, die Flussdiagramme mit dem poetischen Text kombinieren. Es entsteht eine neue Gedichtform, in der die Wörter von den visuellen Komponenten untrennbar sind. Die Ebenen des Inhalts und der Form bilden somit eine unzertrennliche Einheit, in der die eine ohne die andere ihren Sinn verliert. Die Verbindung zwischen klassischen, emotionalen Inhalten wie Liebe, Arbeit, Geburt, Tod und der rationalen Darstellung des Algorithmus erzeugen eine Art Fragmentierung, Befremdung und letztendlich Kurzlebigkeit – typisch für die zeitgenössische Zeit.
Fluire ist Teil der literarischen Anthologie Gymnopedie Architetture e altre opere belle, Verlag Fara Editore.