Michael Lehmann

Foto: privat

Ursprünglich Architekt und Stadtplaner in Essen und Frankfurt am Main, ist Michael Lehmann seit 2002 Übersetzer eng­lisch­spra­chi­ger Literatur und Buchherausgeber. Er lebt mit seiner Frau und mittlerweile ohne seine vier Kinder in einem Dorf an der Nordsee zwischen Cuxhaven und Bremerhaven.

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Bücher

Nichts konnte schlimmer sein als Auschwitz!

Sachbuch, 2016
Donat Verlag Bremen, ISBN: 978-3-943425-58-1
240 Seiten, €14,80

Überlebende des Holocausts und ihre Befreier berichten. Hrsg.von David Scrase und Wolfgang Mieder. Aus dem Englischen von Michael Lehmann

Indem die Autoren/innen beschreiben, wie sie dem deutschen Rassen- und Verfolgungswahn entronnen sind, erinnern sie zugleich an ihr Vermächtnis: den Holocaust in Gegenwart und Zukunft nie zu vergessen und sich seiner Ursachen und Folgen stets gewahr zu bleiben. Ihre Berichte unterscheiden sich von vielen anderen dadurch, dass sie keine Rücksicht auf versöhnlerische Erwartungen nehmen. Das gilt auch für die Schilderungen jener Personen, die sich als Befreier von Konzentrationslagern oder als Helfer in „Displaced Persons“-Lagern mit dem Elend konfrontiert sahen. Sie klagen nicht an, sie erwarten Aufmerksamkeit.

Jean Paul: „Flegeljahre“ Band 1

Roman, 2013
neulesen.de, ISBN: 978-3-00-040274-6
120 Seiten, €18,00

„Das Van der Kabel’sche Testament“, in modernes Deutsch übertragen von Michael Lehmann

Der 1. Band schildert eine vertrackte Erbschaft, die der weltfremde junge Dichter Walt mit Hilfe seines Zwillingsbruders, des Musikers und Lebenskünstlers Vult, antreten will. Die Bedingungen haben es jedoch in sich: Walt soll die verschiedenen beruflichen Stationen seines Erbonkels nachleben. Und es gibt noch sieben Nebenbuhler, die ihnen das Erbe streitig machen. Die kuriosesten Geschehnisse nehmen ihren Lauf. Zugleich schreiben die Brüder gemeinsam an einem Roman, so dass wir nebenbei auch dessen schwierige Geburt miterleben. Ständig diskutieren sie ihren Schreibprozess, und zwar meist in höchst komischer Verdrehung.

David Scrase: Wilhelm Lehmann

Biographie, 2011
Wallstein-Verlag, ISBN: 978-3-8353-0917-3
440 Seiten, €34,00

Aus dem Englischen von Michael Lehmann

Neben Oskar Loerke gilt Wilhelm Lehmann als der wichtigste Autor des modernen deutschen Naturgedichts. Die Nachwirkungen seiner verhaltenen, subtilen Lyrik reichen verdeckt bis in unsere Tage. Lehmann begann als Erzähler mit Themen aus dem Kleinstadt- und Schulmilieu. Zusammen mit Robert Musil erhielt er 1923 den Kleist-Preis, die höchste literarische Auszeichnung der Weimarer Republik. Schon seine Prosa war durchsetzt mit naturlyrischen Elementen, seinen ersten Gedichtband veröffentlichte er 1935. Im Brotberuf war er Gymnasiallehrer, u. a. zunächst an der Freien Schulgemeinde Wickersdorf, von 1923 bis zu seiner Pensionierung 1947 in Eckernförde; er schrieb in Distanz zum großstädtischen Literaturleben; auch im Dritten Reich hielt er sich abseits, um in den fünfziger und frühen sechziger Jahren neben Benn als Überlebender der Moderne gefeiert zu werden. David Scrase legt mit diesem Buch die erste umfassende biographische Arbeit über diesen begabten Lyriker und Romancier vor und greift dabei auf Briefe, Tagebücher, persönliche Interviews und zeitgenössische Fotografien zurück.

Veranstaltungen


LitQ: Lesung aus Werken von John Fowles

Im Rahmen von ‚LitQ – das Literarische Quartier Bremen‘ liest Michael Lehmann aus Werken von John Fowles (1926 – 2005)

Dichtung war mir immer als etwas erschienen, woran ich mich bei Bedarf wenden konnte – als Notausgang, als Rettungsboje. Nun trieb ich im Meer, und die Rettungsboje war gesunken wie Blei. Es war anstrengend, keine Tränen des Selbstmitleids zu weinen.“ (Der Magus)

Gedichte, Romanpassagen, völlig untheoretisches Romantheoretisches aus den Selected Poems (2012, entstanden 1951/52) und aus den Romanen Der Magus (1965/77) und Die Geliebte des französischen Leutnants (1969)


Am 5. November 2015, dem 10. Todestag des englischen Romanciers John Fowles hat sich die Deutsche John-Fowles-Gesellschaft (DJFG) konstituiert. Initiator der DJFG ist Michael Lehmann, Übersetzer und Literaturhaus-Bremen-Mitglied.

 


Michael Lehmann & Compagnie
Deutsche John Fowles-Gesellschaft

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 13.10.2019
17:00

Ort
Villa Ichon

Kategorie(n)


Lesung zum 75. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung

Michael Lehmann & Compagnie lesen aus Bernard Gotfryds (1923-2016) Buch „Anton der Taubenzüchter und andere Geschichten vom Holocaust“ und zuvor aus dem Überlebendenbericht von Gina Gotfryd (1932-2006) zur Befreiung von Auschwitz (aus „Nichts konnte schlimmer sein als Auschwitz!“, Donat Verlag 2016).

Ich bin auf eine öffentliche Schule gegangen; sie war schulgeldfrei und ein Tummelplatz antisemitischer Rowdys. „Wie konnten Sie das aushalten?“, fragte Selig. „Wie konnten wir die Lager aushalten?“, konterte ich. „Nun ja, es gab keine Alternative.“ „Sie haben Recht, aber warum haben wir uns dann nicht unsere eigenen Alternativen geschaffen?“. „Weil es nicht in unserer Macht stand“, sagte er. „Sehen Sie sich doch unsere Historie an“, erwiderte ich, „war es jemals anders?“ (aus Bernard Gotfryds Anton-Buch, auf Deutsch unveröffentlicht)

Weitgehend unbemerkt vom deutschsprachigen Feuilleton hat der im Jahr 1947 in die USA emigrierte polnisch-jüdische Fotograf Bernard Gotfryd ein Erzählwerk veröffentlicht, das es in sich hat. In alle Weltsprachen übersetzt und gefeiert von Primo Levi über Oliver Sacks und Alice Munro bis hin zu Norman Mailer, existiert es bezeichnenderweise nur auf Deutsch bisher nicht. Ins Deutsche übersetzt und von Gotfryd autorisiert, liegt mittlerweile eine Auswahl aus den Bänden von 1990 und 2000 unter dem Titel Anton der Taubenzüchter im Manuskript vor. Die Geschichten erzählen, jede in sich abgeschlossen, von seiner Zeit als jugendlicher Kurier im polnischen Widerstand gegen die Nazibesatzung, von den Stationen seines Überlebens in verschiedenen Konzentrationslagern sowie von den schwierigen Jahren als Displaced Person bis hin zu den ersten Jahren in der neuen amerikanischen Heimat. In der Summe setzt sich so eine Art Autobiografie des jungen Gotfryds zusammen, geprägt von fotografischer Genauigkeit und Bildhaftigkeit, mit starken reflektierenden Elementen und ohne jede Spur von Unversöhnlichkeit.

Es gibt einen ins Deutsche übersetzten Auszug aus der Titelgeschichte des Buchs unter   http://neulesen.de/bibliographie/anton-der-taubenzuechter/  und ein Video mit einem Interview Bernard Gotfryds von 2011, in dem er vom Entstehungsprozess seiner Erzählungen berichtet, unter http://neulesen.de/2013/09/02/anton-der-taubenzuechter/ .


Eine Lesung im Rahmen des Literarischen Quartiers Bremen in Zusammenarbeit mit dem Bremer Literaturkontor.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 27.01.2020
17:00

Ort
Villa Ichon

Kategorie(n)