Juliana Kálnay

Foto: Tabea Scherer

Zu Gast in der Stadtbibliothek Bremen 2019
Prager Literaturstipendium 2018.

Juliana Kálnay, geboren 1988 in Hamburg, wuchs zunächst in Köln und dann in Málaga auf. Sie veröffentlichte in deutsch- und spanischsprachigen Anthologien und Zeitschriften und erhielt das Arbeitsstipendium Literatur der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein 2016. Für ihren Debütroman »Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens« erhielt sie 2017 den ZDF-aspekte Literaturpreis. 2018 wurde sie mit dem Hebbel-Preis und dem Prager Literaturstipendium ausgezeichnet. Juliana Kálnay lebt und schreibt in Köln.


Bücher

Eine kurze Chronik des allmählichen Verschwindens

Roman, 2017
Wagenbach, ISBN: 978-3-8031-3284-0
192 Seiten, €20,00

Don verwandelt sich vor den Augen seiner Frau in einen Baum. Ronda hält Goldfische, die nicht bleiben wollen. Die Zwillinge aus dem dritten Stock sind gar keine. Doch von Toni und Bell wissen alle. Die Menschen in Nummer 29 sind seltsam verschworen, kennen sich dabei kaum und teilen längst nicht jedes Geheimnis.
Im Haus mit der Nummer 29 wohnt zuallererst Rita, fast so alt wie das Haus selbst. Sie ist Beobachterin, Schlichterin und Richterin, ein Knotenpunkt mit geheimnisvollen Fähigkeiten und Absichten. Außerdem das Ehepaar Lina und Don, deren Liebe auch Dons fundamentale Verwandlung ziemlich fruchtbringend überdauert. Es gibt einen unbemerkten Mitbewohner, der sich im Aufzug einnistet, es gibt ein Kind, das sich durch Mauern beißt, und eine Wohnung, die ihre Mieter förmlich verschluckt. Rita sieht, was keiner zeigt, und sie versteht, was keiner sagt. Doch bevor sie ihr Wissen weitergeben kann, ist die kleine Maia auf rätselhafte Weise verschwunden.