Carmen-Francesca Banciu

Foto: Marijuana Gheorghiu

Zu Gast bei der globale° 2018

Carmen-Francesca Banciu, im rumänischen Lipova geboren, studierte Kirchenmalerei und Außenhandel in Bukarest. Sie kam 1991 mit ihren drei Kindern nach Deutschland auf Einladung des Künstlerprogramms des DAAD. Seit 1992 lebt sie als freie Autorin in Berlin, schreibt Beiträge für Rundfunk und Zeitungen, leitet Seminare für Kreativität und kreatives Schreiben. Seit 2013 ist sie Mitherausgeberin und stellvertretende Direktorin des transnationalen, interdisziplinären und mehrsprachigen e-Magazins Levure Littéraire. Banciu erhielt zahlreiche Preise und Stipendien. Ihre Texte wurden in mehrere Sprachen übersetzt.


Bücher

Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten!

Roman, 2018
PalmArtPress, ISBN: 978-3-96258-003-2
376 Seiten, €25,00

Die Kindheit endet tatsächlich erst dort, wo die Geschichte unserer Eltern zur eigenen Geschichte wird und wir vor ihren wie vor den eigenen Abgründen die Augen nicht mehr verschließen können. Maria-Maria reist nach Rumänien, um ihren verunglückten Vater zu besuchen und ihn, trotz seiner besitzergreifenden Geliebten, zu betreuen. In seinen Augen hat sie, die Tochter, die reale Utopie der kommunistischen Gesellschaft verraten. Sie wiederum erkennt in ihm ausschließlich den festgefahrenen Parteirhetoriker, der sich als moralische Instanz aufspielte, anderen Opfer abverlangte, aber selbst ein bigottes Leben führte.

Berlin ist mein Paris

Geschichten, 2017
PalmArtPress, ISBN: 978-3-941524-86-6
220 Seiten, €16,90

Seit 1991 lebt die rumänische Autorin Carmen-Francesca Banciu in Berlin und ist inzwischen selbst zu einem Teil der Stadt geworden. In ihren autobiographischen Reportagen und literarischen Miniaturen taucht sie ein in das Leben der Metropole, streift magische Orte der Weltgeschichte und erzählt von ihren Begegnungen mit interessanten und außergewöhnlichen Menschen. Sie entführt in ihre Lieblingscafés, geht in verträumten Hinterhöfen auf Entdeckungsreise und zeigt, wie man im Neuen Berlin Paris vergessen kann.G

Filuteks Handbuch der Fragen

Roman, 2017
PalmArtPress, ISBN: 978-3-941524-79-8
216 Seiten, €16,90

„Auf dem Jahrmarkt der Träume“ ist alles in Ordnung. Wenn man die Kleinstadt der Kindheit aufsucht und das Leben dort wieder aufnimmt, „wo man es liegengelassen hat“. Ein Gang durch den Ort ruft Erinnerungen wach an die verrückte Marie, die asthmatische Großmutter, an den Jungen, der das Städtchen von einem Baum aus betrachtete, an Luisa, die glaubt, sich für ihr Leben rechtfertigen zu müssen – ein Netz von Geschichten und Perspektiven. Schließlich bricht das erzählende Ich aus dieser erholsamen Provinz auf und erfindet sich einen Schriftsteller. Der „Mikro-Roman“ Handbuch der Fragen ist sein Werk, Filutek sein großstädtischer Held.

Leichter Wind im Paradies

Roman, 2015
PalmArtPress, ISBN: 978-3-941524-60-6
164 Seiten, €16,90

Für einen Sommer kehrt die Erzählerin Berlin und seinem hektischen Großstadtrhythmus den Rücken, um in der Abgeschiedenheit eines griechischen Bergdorfes Kraft zu schöpfen und wieder zu sich zu kommen. Die erste Zeit verbringt sie schweigend auf der Terrasse. Sie nimmt sich Zeit, Veränderungen des Lichts, Verwandlungen des Meeres, Verborgenes sowie das Nichtoffensichtliche ihrer Umgebung und das Leuchten des Unscheinbaren wahrzunehmen. Erst nach Tagen verspürt sie den Wunsch, wieder Menschen zu treffen und begibt sich auf Reisen außerhalb des Kosmos ihrer Terrasse. Per Anhalter fährt sie jeden Tag in den Ort am Meer. Kurze Begegnungen unterwegs, das Beobachten der Menschen am Strand und die Betrachtung des Naturschauspiels offenbaren ihr die Verbundenheit aller Wesen untereinander in der Natur.

Mother's Day - Song of a Sad Mother

Roman, 2015
PalmArtPress, ISBN: 978-3-941524-47-7
200 Seiten, €16,90

Maria-Maria hatte sich von ihrer dominanten Mutter lange vor ihrem physischen Tod losgerissen, oder zumindest hatte sie das gedacht. Weder die grausamen Peitschenhiebe der Mutter, noch ihre schneidende Kritik hatten sie davon abhalten können, die Werte und Ideale zurückzuweisen, die die autoritären und zur kommunistischen Partei linientreuen Eltern immer so in Ehren gehalten hatten. Zu deren unaussprechlicher Bestürzung setzte sie ihre künstlerischen Talente nicht dazu ein, Ceauşescus Modell des „neuen Menschen“ darzustellen. Ganz im Gegenteil, sie schwelgte regelrecht darin, eben nicht perfekt zu sein, und brach zu einer Reise der Selbstfindung auf, um zu entdecken, was es bedeutet, ein eigenständiges „Ich“ zu sein, das nicht dadurch definiert wird, die Tochter ihrer Mutter oder die Mutter einer eigenen Tochter zu sein.