Boualem Sansal

Foto: Roger von Heereman

Zu Gast bei der globale° 2020.

Boualem Sansal, 1949 in Theniet El Had (Algerien) geboren, ist ein frankophoner algerischer Schriftsteller. Ab 1992 arbeitete er im algerischen Innenministerium, wurde nach der Veröffentlichung seines ersten Romans aber aus dem Staatsdienst entlassen. Er veröffentlichte zahlreiche weitere Romane und äußert sich regelmäßig kritisch zu den Themen Herrschaft, Islam und dem Verhältnis Europas zur arabischen Welt. Für sein Werk wurde er mit zahlreichen Preisen, wie dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2011 und dem Grand Prix du Roman 2015 ausgezeichnet.

http://www.boualem-sansal.de/


Bücher

Der Zug nach Erlingen oder Die Verwandlung Gottes

Roman, 2019
Merlin, ISBN: 978-3-87536-333-3
260 Seiten, €24,00

Was verbindet Ute von Ebert, Nachfahrin einer Industriellenfamilie und Erbin eines reichen, weltumspannenden Industriekonzerns, und Elisabeth Potier, pensionierte Lehrerin eines Gymnasiums im Brennpunkt der Pariser Banlieue? Ute von Ebert lebt in Erlingen, einer zwölftausend Bürger zählenden deutschen Gemeinde, die von einem unbekannten Feind belagert und bedroht wird. Elisabeth Potier lebt seit ihrer Pensionierung und bis zu ihrem folgenschweren Unfall in der Pariser Metro als Privatlehrerin in Bremen, wo sie den verwöhnten Sprössling einer alten hanseatischen Industriellenfamilie unterrichtet. Ute und Elisabeth – beide Frauen beobachten das Fortschreiten eines sektiererischen Glaubens und die Verwandlung und den Zerfall der erschlafften demokratischen Gesellschaft und revoltieren sich …

2084 - Das Ende der Welt

Roman, 2015
Merlin, ISBN: 978-3-87536-321-0
288 Seiten, €24,00

In Abistan, einem riesigen Reich der fernen Zukunft, bestimmen die Verehrung eines einzigen Gottes und das Leugnen der Vergangenheit das Herrschaftssystem. Jegliches individuelle Denken ist abgeschafft; das Eingeschworensein auf ein allgegenwärtiges Überwachungssystem steuert die Ideen und verhindert abweichendes Handeln. Doch Ati hinterfragt die vorgegebenen Direktiven: Er macht sich auf die Suche nach einem Volk von Abtrünnigen, das in einem Ghetto lebt, ohne in der Religion Halt zu suchen …

Allahs Narren

Essay, 2013
Merlin, ISBN: 978-3-87536-309-8
176 Seiten, €14,95

„Ich lehne es ab, mich von der Angst besiegen zu lassen.“
Schreiben ist seine Art zu kämpfen, dabei steht der Friedenspreisträger Boualem Sansal eigentlich für Dialog und Verständigung. Trotzdem warnt er eindringlich vor den Gefahren des Islamismus. In seinem Essay beschreibt der algerische Schriftsteller voller Leidenschaft, immer sachlich und ohne Vorurteile zu schüren, die prägenden Epochen des Islam und erläutert seine unterschiedlichen Strömungen. Er erklärt, warum der radikale Islam heute so an Boden gewinnt und nimmt dabei auch den Westen in die Verantwortung.

Veranstaltungen


globale: Boualem Sansal – Der Zug nach Erlingen oder die Verwandlung Gottes

Eine von einem unbekannten Feind belagerte deutsche Stadt ist die Szenerie, vor der Boualem Sansals letzter Roman einsetzt. Literarisch vielschichtig rollt er im Briefwechsel zwischen Ute von Ebert und ihrer Tochter die Geschichte des Aufbaus und Zusammenbruchs eines imperialen Wirtschaftsunternehmens auf. Auf einer zweiten Ebene geht es um eine pensionierte, in Bremen lebende französische Lehrerin, die in den Strudel der islamistischen Attentate vom November 2015 gerät. In welcher Beziehung stand sie zu Ute von Ebert? Deren Tochter macht sich auf, dies herauszufinden.

Foto: Roger von Heereman

Boualem Sansal, geboren 1949, ist Ingenieur und Ökonom und war bis zu seiner Entlassung im Frühjahr 2003 Direktor des algerischen Industrieministeriums. In Frankreich, wo Sansal für seine Romane vielfach ausgezeichnet wurde, gilt er als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller. Trotz der durch Angriffe auf die Regierung bedingten Gefährdung lebt Sansal noch immer in Algerien. Im Herbst 2011 wurde Boualem Sansal mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Bei der globale° 2020 liest Boualem Sansal aus seinem Buch moderiert von Elisabeth Arend.


Sprache: französisch

>> Mehr Informationen gibt es hier

In Kooperation mit dem Institut franҫais Bremen.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 02.11.2020
20:00 - 21:00

Ort
Institut français

Kategorie(n)