Barbara Honigmann

Foto: Peter-Andreas Hassiepen

Bremer Literaturpreis 2020

Barbara Honigmann wurde 1949 in Ost-Berlin geboren. Sie arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin. 1984 emigrierte sie mit der Familie nach Straßburg, wo sie noch heute lebt. Honigmanns Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Heinrich-Kleist-Preis, dem Max-Frisch-Preis der Stadt Zürich und 2018 mit dem Jakob Wassermann-Preis.


Bücher

Georg

Essay, 2019
Hanser, ISBN: 978-3-446-26008-5
160 Seiten, €18,00

„Mein Vater heiratete immer dreißigjährige Frauen. Er wurde älter, aber seine Frauen blieben immer um die dreißig … Sie hießen Ruth, Litzy, das war meine Mutter, Gisela und Liselotte ….“ Das ist die private Seite einer Lebensgeschichte, die um die halbe Welt führt: Herkunft aus Frankfurt, Odenwaldschule, Paris-London-Berlin, dazwischen Internierung in Kanada, nach der Emigration der Weg in die DDR. Und bei alldem die wiederkehrende Erfahrung:  „Zu Hause Mensch und auf der Straße Jude.“ Barbara Honigmann erzählt lakonisch und witzig von ihrer deutsch-jüdisch-kommunistischen Sippe. Ein schmales Buch, aber ein großes Buch über Deutschland und die bewegende nachgetragene Liebeserklärung an einen außergewöhnlichen Mann: „Das war Georg, mein Vater.“

Chronik meiner Straße

Essay, 2015
Hanser, ISBN: 978-3-446-24762-8
160 Seiten, €16,90

Barbara Honigmann lebt in Straßburg, weit weg vom berühmten Zentrum. Hier gibt es keine Parks, kein Europaparlament und keine Kathedrale. Was es gibt, ist Vielfalt: orthodoxe und weniger orthodoxe Juden, einen dreibeinigen Hund, eine ältere Dame, die nicht zurückschreckt vor der Bepflanzung fremder Balkone, einen dunkelhäutigen Priester in weißem Gewand und einen Splitternackten mit dem Po in der Sonne. Barbara Honigmann begegnet in ihrer Straße der ganzen Welt im Kleinen, erfährt von Tragödien, schließt Freundschaften, stellt sich den Enttäuschungen, aber auch Träumen ihrer Nachbarn. Ein Buch, wie es nur das Leben selbst schreibt.

Bilder von A.

Roman, 2011
dtv, ISBN: 978-3-423-14240-3
144 Seiten, €8,90

Dies ist die Geschichte einer großen Liebe, einer weitgehend unerfüllten Liebe. Ein Erinnerungs- und Nachruf an A., den bedeutenden Theaterregisseur, an A., der ihr Lebensmensch war, an A. der jetzt tot ist. Es ist eine Liebe, die im Ost-Berlin der Siebziger Jahre mit einer gemeinsamen Leidenschaft für Kleist beginnt. Die Frau ist fünfzehn Jahre jünger, neu im Theaterfach und unsterblich verliebt. Doch A. entzieht sich immer wieder…

Das überirdische Licht

Essay, 2008
Hanser, ISBN: 978-3-446-23085-9
160 Seiten, €14,90

Im Winter 2005 reiste Barbara Honigmann nach New York. Unaufdringlich, persönlich und mit viel Witz berichtet sie von einem Aufenthalt zwischen Campus und Boheme, jüdischen „connections“ und „communities“. Unversehens wird daraus eine Reise zurück nach Deutschland – in die Vergangenheit, in der Begegnung mit alten Berliner Freundinnen oder im Gespräch mit Verwandten, die vom Holocaust verschont geblieben sind und die sie nun zum ersten Mal trifft. Eine der am meisten beschriebenen Städte der Welt erscheint in einem ganz persönlichen Licht.

Ein Kapitel aus meinem Leben

Roman, 2004
dtv, ISBN: 978-3-423-13478-1
142 Seiten, €10,90

Eine Tochter erzählt von ihrer Mutter. Geboren 1910 in Wien, aufgewachsen im Grenzgebiet zwischen Ungarn und Kroatien, schließlich vor den Nazis über Wien, Paris und Spanien nach London geflohen. Zwischen 1933 und 1945 mit dem legendären britischen Doppelagenten Kim Philby verheiratet. Die erzählende Tochter findet nur „Bruchstücke eines Lebens“ und verzichtet darauf, zusammenzusortieren, was die Mutter doch „offensichtlich selbst zersplittert hat“. Sie befragt die Männer der Mutter, den Vater, den Geliebten der Pariser Zeit, sie erfindet die Mutter neu, als Legende, „kurz hinter der Wahrheit und dicht neben der Lüge.“

Alles, alles Liebe!

Roman, 2000
dtv, ISBN: 978-3-423-13135-3
182 Seiten, €12,90

Mitte der siebziger Jahre. Anna, eine junge jüdische Frau in Ost-Berlin, verläßt zum ersten Mal ihre Stadt und geht als Regisseurin an ein Provinztheater. Zurück bleiben ihre Freunde, ihre Mutter, ihre ganze Existenz. Und nicht zuletzt Leon, ihr Geliebter. Das einzige Band sind Briefe, altmodisch mit der Hand geschrieben, am Abend nach einem langen Arbeitstag. Briefe, in denen alles nachklingt, das Theater, das Berliner Leben, die Familiengeschichte und vor allem die Liebesverwicklungen in diesem kleinen Kreis. Aus Jerusalem und Moskau weht zugleich der Wind des Unbekannten in diese sonderbare Provinz, die alles andere als idyllisch ist.

Damals, dann und danach

Roman, 1999
dtv, ISBN: 978-3-423-13008-0
136 Seiten, €10,90

Barbara Honigmann, nach dem Krieg geborene Jüdin, ist 1984 von Ostberlin nach Straßburg gezogen. Von dort, von ihrer neuen fremden Heimat aus, erkundet sie die zwei Seiten ihres Lebens: das „Damals“, die vergangenen Spuren ihrer Familiengeschichte, und das „Danach“, ihre Gegenwart, die von der Vergangenheit geprägt bleibt. Ein überaus persönliches Buch, das von vier Generationen erzählt und davon, wie eng Gestern und Heute verknüpft sind.

Roman von einem Kinde

Erzählungen, 1986
dtv, ISBN: 978-3-423-12893-3
118 Seiten, €9,00

„Es fällt mir so schwer, in so vielen Welten zugleich zu leben, es fügt sich alles nicht zusammen. Ich denke oft, ob es Dir auch so geht?“ In der als Brief verfaßten Titelgeschichte erzählt eine im Nachkriegsdeutschland geborene junge Frau und Jüdin aus ihrem Leben. Sie beschwört gemeinsam verbrachte Zeiten mit Freund Josef, reflektiert die Trennung und berichtet ihm von sich und ihrem Sohn, von Lese- und Alltagserfahrungen. Barbara Honigmann hat 1986 mit diesen sechs Erzählungen großes Aufsehen erregt.

Veranstaltungen


Preisverleihung Bremer Literaturpreis 2020

Feierliche Verleihung des mit 25.000 EUR dotierten 66. Bremer Literaturpreises an Barbara Honigmann für ihren Roman »Georg« und des Förderpreises an Tonio Schachinger für seinen Roman »Nicht wie ihr« durch den Vorsitzenden der Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung, Staatssekretär a.D. Michael Sieber.


Barbara Honigmann wurde 1949 in Ost-Berlin geboren. Sie arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin. 1984 emigrierte sie mit der Familie nach Straßburg, wo sie noch heute lebt.

Foto: Peter-Andreas Hassiepen

Zum Buch „Georg“: „Mein Vater heiratete immer dreißigjährige Frauen. Er wurde älter, aber seine Frauen blieben immer um die dreißig … Sie hießen Ruth, Litzy, das war meine Mutter, Gisela und Liselotte ….“ Das ist die private Seite einer Lebensgeschichte, die um die halbe Welt führt: Herkunft aus Frankfurt, Odenwaldschule, Paris-London-Berlin, dazwischen Internierung in Kanada, nach der Emigration der Weg in die DDR. Und bei alldem die wiederkehrende Erfahrung: „Zu Hause Mensch und auf der Straße Jude.“


Tonio Schachinger wurde 1992 in New Delhi geboren und ist in Nicaragua und Wien aufgewachsen. Er studiert Germanistik an der Universität Wien und Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien. „Nicht wie ihr“ ist sein erster Roman.

Foto: detailsinn.at

Zum Buch „Nicht wie ihr“: Ivo wusste immer schon, dass er besonders ist. Besonders cool, besonders talentiert, besonders attraktiv. Alle wussten es, seine Familie, seine Jugendtrainer, seine Freunde im Käfig. Jetzt ist er einer der bestbezahlten Fußballer der Welt. Er verdient 100.000 Euro in der Woche, fährt einen Bugatti, hat eine Ehefrau und zwei Kinder, die er über alles liebt. Doch als seine Jugendliebe Mirna ins Spiel kommt, gerät das sichere Gerüst ins Wanken. Wie koordiniert man eine Affäre, wenn man eigentlich keine Freizeit hat?

Begrüßung: Der Senator für Kultur,
Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte
Laudationes: Dr. Lothar Müller auf Barbara Honigmann,
Dr. Daniela Strigl auf Tonio Schachinger
Musik: Miles Perkin (Gesang und Bass), Kanada
Mit freundlicher Unterstützung von jazzahead!


Eintritt frei

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 20.01.2020
12:00

Ort
Bremer Rathaus

Kategorie(n)


Bremer Literaturpreis 2020: Preisträgerlesung

Barbara Honigmann liest aus ihrem im Hanser Verlag erschienenen Buch „Georg“, für das sie den Bremer Literaturpreis 2020 erhält und Förderpreisträger Tonio Schachinger stellt sein Romandebüt „Nicht wie ihr“ vor:

Barbara Honigmann wurde 1949 in Ost-Berlin geboren. Sie arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin. 1984 emigrierte sie mit der Familie nach Straßburg, wo sie noch heute lebt.

Foto: Peter-Andreas Hassiepen

Zum Buch „Georg“: „Mein Vater heiratete immer dreißigjährige Frauen. Er wurde älter, aber seine Frauen blieben immer um die dreißig … Sie hießen Ruth, Litzy, das war meine Mutter, Gisela und Liselotte ….“ Das ist die private Seite einer Lebensgeschichte, die um die halbe Welt führt: Herkunft aus Frankfurt, Odenwaldschule, Paris-London-Berlin, dazwischen Internierung in Kanada, nach der Emigration der Weg in die DDR. Und bei alldem die wiederkehrende Erfahrung: „Zu Hause Mensch und auf der Straße Jude.“


Tonio Schachinger wurde 1992 in New Delhi geboren und ist in Nicaragua und Wien aufgewachsen. Er studiert Germanistik an der Universität Wien und Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien. „Nicht wie ihr“ ist sein erster Roman.

Foto: detailsinn.at

Zum Buch „Nicht wie ihr“: Ivo wusste immer schon, dass er besonders ist. Besonders cool, besonders talentiert, besonders attraktiv. Alle wussten es, seine Familie, seine Jugendtrainer, seine Freunde im Käfig. Jetzt ist er einer der bestbezahlten Fußballer der Welt. Er verdient 100.000 Euro in der Woche, fährt einen Bugatti, hat eine Ehefrau und zwei Kinder, die er über alles liebt. Doch als seine Jugendliebe Mirna ins Spiel kommt, gerät das sichere Gerüst ins Wanken. Wie koordiniert man eine Affäre, wenn man eigentlich keine Freizeit hat?

Moderation: Dr. Lothar Müller (Süddeutsche Zeitung, Vorsitzender der Jury des Bremer
Literaturpreises 2020)


Eintritt frei

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 19.01.2020
19:00

Ort
Konzerthaus Glocke

Kategorie(n)