Aleš Šteger

Foto ©Haymon Verlag/Fotowerk Aichner

Zu Gast bei der globale° 2019.

Aleš Šteger, geboren 1973 in Ptuj, ist ein slowenischer Dichter, Schriftsteller und Lektor. Er veröffentlichte bislang sechs Lyrik- sowie mehrere Prosabände. Für seine Gedichte und Essays, die in viele Sprachen übersetzt und weltweit in über 200 Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht wurden, erhielt er zahlreiche Preise, darunter 1998 den Veronika-Preis, 2008 den Rožanc-Preis, 2011 den Best Translated Book Award für seinen Gedichtband „Buch der Dinge“, zuletzt 2016 den Horst-Bienek-Preis. Zudem übersetzt er aus dem Deutschen, Englischen und Spanischen, u. a. Werke von Gottfried Benn, Peter Huchel und Ingeborg Bachmann.


Bücher

Logbuch der Gegenwart - Aufbrechen

Essays, 2019
Haymon, ISBN: 978-3-7099-7234-2
200 Seiten, €21,90

Vier Städte und Landschaften, die teils fernab unserer Lebenswelt liegen und dennoch die Probleme unserer gemeinsamen Gegenwart offenbaren: Aleš Šteger reist an faszinierende Orte abseits der Touristenpfade, wirft sich ins Getümmel hektischer Metropolen und begegnet berührenden menschlichen Schicksalen. Aus Shanghai berichtet der slowenische Schriftsteller vom Alltag unter Überwachung durch künstliche Intelligenz. Mit den russischen Solowezki-Inseln betritt er heiligen Boden mit traumatischer Gulag-Vergangenheit. Im sächsischen Bautzen besucht er ein ehemaliges Stasi-Gefängnis und wird mit dem Rechtsruck in Politik und Gesellschaft konfrontiert. Ein weiteres Ziel ist das südindische Kochi.

Über dem Himmel unter der Erde

Lyrik, 2019
Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-26264-5
92 Seiten, €18,00

Der Slowene Aleš Šteger ist einer der bekanntesten Dichter seiner Generation: Sein neuer Band fasziniert durch Fülle und Lakonie, durch Witz und Formbewusstsein, durch leuchtende Farben und Präzision. Der genaue Blick prägt auch diese Gedichte, in der klangvollen Übersetzung von Matthias Göritz. „Alles ist vergangen, / und die Löschung des Endes / in der Sprache, Poesie.“ So klug kann ein Gedicht sein, so klar und so geheimnisvoll.

Logbuch der Gegenwart - Taumeln

Essay, 2016
Haymon, ISBN: 978-3-7099-7233-5
168 Seiten, €19,90

Ein bestimmter Tag im Jahr, ein bestimmter Ort auf der Welt: Für sein „Logbuch der Gegenwart“ geht Aleš Šteger dorthin, wo die Wunden unserer Zeit klaffen. Jeweils exakt zwölf Stunden nimmt er sich, um seine Eindrücke festzuhalten, die durch seine Augen und Hände direkt aufs Papier fließen. So entstehen seltene Momente der Wachheit, die die Leser direkt ins Herz unserer Gegenwart führen.

Archiv der toten Seelen

Roman, 2016
Schöffling & Co., ISBN: 978-3-89561-446-0
336 Seiten, €22,95

Zur Karnevalszeit im Jahr 2012 ist das slowenische Maribor Kulturhauptstadt Europas. Lokalpolitiker und Selbstdarsteller versuchen Profit daraus zu schlagen, jede erdenkliche Kunstform wird vermarktet. In den Medienrummel mischen sich der aus Maribor stammende Dramaturg Adam Bely und die kubanisch-österreichische Journalistin Rosa Portero. Das seltsame Paar verfolgt jedoch eine geheime Mission, die beiden sind einer bösartigen Verschwörung auf der Spur und wollen deren dreizehn Anhänger entmachten. Dabei begegnen sie einer Vielzahl von Maribors wichtigsten Bürgern, allesamt verstrickt in ein Netz aus Korruption und Lügen.

Buch der Körper

Lyrik, 2012
Schöffling & Co., ISBN: 978-3-89561-445-3
152 Seiten, €19,95

Šteger, einer der international bekanntesten Dichter seiner Generation, hat sein Buch in drei Teilen angelegt. Im ersten Teil, „Das“, findet ein Paar erst nicht und dann doch zueinander. In den Prosagedichten aus „Dort“ wird die Welt als reicher und zugleich einsamer Ort bereist. Abschließend kommt in „Dann“ das „Alfabet“ zum Zuge; buchstabiert wird die Möglichkeit der Sprache aus dem Glutkern eines Worts. Der Körper ist kein Paradies, aber in der Sprache Štegers verwandelt er sich in ein großes Mosaik der Träume. Mal hart, mal gewagt beginnt sich der Leser selbst als etwas Lebendiges zu erfahren, als zersplitterter Körper in einem tödlich ernsten, schönen Spiel.

Buch der Dinge

Lyrik, 2006
Suhrkamp Verlag, ISBN: 978-3-518-41819-2
91 Seiten, €6,95

„Nicht für jedes Ding gibt es ein Wort“, vermeldet das Große Wörterbuch der slowenischen Sprache. Aleš Šteger, als Reisender in vielen Sprachen und Ländern zu Hause, Autor mehrerer Gedichtbände und einer Reiseprosa, stellt diese Einsicht seinem neuen Lyrikband als Motto voran. Doch es fehlt nicht nur an Worten. Wie seine streng gebauten, leichtfüßigen Texte, 50 Gedichte, zeigen, haben wir schon das Selbstverständliche nie richtig kennengelernt: Büroklammer, Seife, Zahnstocher, Regenschirm, Hut und Fußmatte. In Štegers Gedichten werden sie aufgerufen und treten uns, dem Allgemeinbegriff entschlüpft, entgegen; sie stellen Fragen, die zu groß sind für so kleine Dinge. Unklare, sich verwandelnde Seinsformen wie Ei, Wurst und Schokolade machen stutzig. Das Brot offenbart seinen sadomasochistischen Charakter. – Nicht zur Benennung der Dinge fehlen uns die Worte, sondern für die Antworten, die wir ihnen schuldig sind.

Veranstaltungen


globale° 2019 – Aleš Šteger: „Über dem Himmel. Unter der Erde“

Das Motto des neuen Gedichtbandes von Aleš Šteger stammt vom berühmten daoistischen Dichter Zhuanghzi: „Himmel und Erde wurden zur selben Zeit geboren, und alles Leben und ich sind eins.“ Reisen nach Japan und in viele andere Länder haben Štegers Dichtung inspiriert, und in seinen Versen spürt man ein großes Vergnügen daran, mit der Sprache nicht einfach etwas abzubilden, sondern mit den Wörtern und Buchstaben zu spielen, sie zu drehen und ihren Bedeutungsnuancen nachzugehen. Zugleich nutzt der leidenschaftliche Europäer Šteger seine Sprache, um hochbrisante Themen, Schauplätze und Schicksale unserer Zeit literarisch einzufangen.

Aleš Šteger, 1973 in Ptuj, Jugoslawien, geboren, ist einer der bekanntesten Schriftsteller Sloweniens.


Die Lesung wird am Akkordeon begleitet von Jure Tori.

Moderation: Silke Behl

In Kooperation mit dem Gerhard-Marcks-Haus

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 22.10.2019
20:00

Ort
Gerhard Marcks Haus

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globale° 2019: Eröffnung mit Jaroslav Rudiš & Aleš Šteger

Im Geiste des diesjährigen Mottos der globale° Transit begeben wir uns mit den Eröffnungsautoren auf eine Reise. Während Jaroslav Rudiš seinen Protagonisten Winterberg mit dem Zug von Berlin über Reichenberg, Prag, Wien und Budapest nach Sarajevo – und gleichzeitig durch hundert Jahre der europäischen Geschichte – schickt, treffen wir Aleš Šteger bereits vor Ort an. Die Orte, die er beschreibt, scheinen auf den ersten Blick nicht verbunden. Und doch sind sie Zeugnis einer geteilten Gegenwart. Beide Autoren fordern uns dazu auf, uns zu fragen, wie in unserer heutigen bewegten Welt eigentlich alles miteinander zusammenhängt.

Der Abend wird musikalisch begleitet von Jure Tori am Akkordeon.

Jaroslav Rudiš liest aus „Winterbergs letzte Reise“: Jan Kraus arbeitet als Altenpfleger in Berlin. Geboren ist er in Vimperk im Böhmerwald, seit 1986 lebt er in Deutschland. Unter welchen Umständen er die Tschechoslowakei verlassen hat, das bleibt sein Geheimnis. Und sein Trauma. Kraus begleitet Schwerkranke in den letzten Tagen ihres Lebens. Einer ist Wenzel Winterberg, geboren 1918 in Liberec, Reichenberg. Als Sudetendeutscher wurde er nach dem Krieg aus der Tschechoslowakei vertrieben. Es sind Kraus‘ Erzählungen aus seiner Heimat Vimperk, die Winterberg aufwecken und ins Leben zurückholen. Doch Winterberg will mehr von Kraus, er will mit ihm eine letzte Reise antreten, auf der Suche nach seiner verlorenen Liebe.

Aleš Šteger liest aus „Logbuch der Gegenwart: Aufbrechen“:  Šteger reist an faszinierende Orte abseits der Touristenpfade, wirft sich ins Getümmel hektischer Metropolen und begegnet berührenden menschlichen Schicksalen. Aus Shanghai berichtet der slowenische Schriftsteller vom Alltag unter Überwachung durch Künstliche Intelligenz. Mit den russischen Solowezki-Inseln betritt er heiligen Boden mit traumatischer Gulag-Vergangenheit. Im sächsischen Bautzen besucht er ein ehemaliges Stasi-Gefängnis und wird mit dem Rechtsruck in Politik und Gesellschaft konfrontiert. Ein weiteres Ziel ist das südindische Kochi.


Begrüßung: Dr. Andreas Bovenschulte (Bürgermeister und Präsident des Senats), Cornelius Neumann-Redlin (Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände im Lande Bremen)
Moderation: Silke Behl

HINWEIS: Bitte melden Sie sich bis zum 15. Oktober unter folgender E-Mailadresse an:
anmeldung@globale-literaturfestival.de

Am Veranstaltungstag sind die Plätze bis 18:45 Uhr einzunehmen. Der Eintritt ist frei.

In Kooperation mit der Senatskanzlei und den Unternehmerverbänden im Lande Bremen e.V.

Veranstaltungsdetails

Datum und Uhrzeit
Daten: 21.10.2019
19:00

Ort
Bremer Rathaus

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