Verlangen nach Musik und Gebirge, Roman 2004

Vom 30.07.2004 in

Sommer 2002. Die Erzählerin: sie kommt als Touristin, für ein Wochenende und eine Verabredung nur, und sie quartiert sich ein im »Malibu« nahe der Seepromenade von Oostende. Schnell hat sich ein kleiner Kreis gebildet, europäischen Zuschnitts, und man ist gewillt, die Zeit zu nutzen: de Rouckl, dauergekränkter Künstlertyp; Willaert, Antwerpener Parfümerist und undurchschaubarer Führer durch das belgische Städtchen; und Roy, der unglücklich Verliebte, der mit seiner Großmutter da ist. Im Zentrum: die von ihrem Lover begleitete Italienerin Sonja, eine hellblonde Schönheit, die »Schneeantilope«. Bald sind wir mittendrin in Kabale und Liebe. Daß die Welt nur als Begleitumstand einer Liebe zu ertragen ist, ist nur eine der Erkenntnisse dieses Romans. Ein Maskenball wird hier inszeniert, ein schnelldrehendes Schattenspiel zwischen den Geschlechtern vor dem Hintergrund zeitgenössischer Anblicke: Ferienburgen, Vergnügungs-Gigantomanie und Postkolonialismus. Das Wochenende führt die Gruppe in die Nachtcafés, das Ensor-Haus und zur Baustelle eines maritimen Luxusrestaurants.