Steine können rückwärts fliegen, Geschichten 2008

Vom 23.06.2013 in

Steine können rückwärts fliegen – dieser Titel erscheint auf den ersten Blick einfach, erst auf den zweiten offenbart er auch seinen Hintersinn. Ähnlich verhält es sich mit den hier versammelten Geschichten: Die Leserin/den Leser erwarten achtzehn spannungsgeladene, hintergründige Geschichten, die alle entscheidende biografische Momente entfalten, jene letzten Augenblicke, in denen sich entscheidet, ob die Akteure so oder so oder ganz anders handeln. Ob sie untergehen, scheitern, weiter dahintrudeln, sich behaupten oder Neues wagen. Doch ihre Entscheidungen hängen nicht von ihnen allein ab, die Autorin hält es in diesem Punkt mit dem großen B.B.: „Denn die Verhältnisse, sie sind nicht so.“ Letztere sind anwesend in Form von zeitgeschichtlich Markantem, das sich in fünf brisanten Gruppierungen präsentiert, so u.a. in den Themen ‚konspiratives studentisches Leben in der frühen DDR‘ (Kap. „Nachrichten aus Vineta“); machtgeprägte, spätindustrielle Arbeitsverhältnisse in der Bundesrepublik (Kap. „Arbeit, Liebe und Intrige“) und ‚Einbrüche, Zusammenbrüche und die Last neuer Lebensformen‘ (Kap. „Die moderne Zeit“). Auf diese Weise zeigt sich die unauflösliche Verwobenheit individueller Verhängnisse und objektiver Verhältnisse.