Schahrijârs Ring

Vom 25.04.2019 in

Seinen Roman „Schahrijârs Ring“ hat Karahasan noch in Sarajevo begonnen, weitergesponnen hat er ihn unterwegs. Oberflächlich gesehen, erzählt das Buch die Liebesgeschichte von Faruk und Azra: er ein Esoteriker, der vor lauter Geschichten die Welt nicht sieht, sie eine moderne Frau, die das nicht erträgt und ihn fortschickt. Erst als sie Faruks zurückgelassene Erzählungen in die Hand bekommt, spürt Azra, wie nah er ihr ist. Diese Erzählungen machen den Hauptteil von „Schahrijârs Ring“ aus. Auch sie sind Liebesgeschichten, und auch sie kreisen um die Stadt – sie spielen in Istanbul und Uruk, dem mesopotamischen Urbild der Urbanität. Auf verschachtelten Ebenen durchleuchten sich die Geschichten gegenseitig – Karahasan zeigt sich als Erzähler aus dem Geist von Tausendundeiner Nacht. Die Verbindung von westlicher Intellektualität und morgenländischer Bilderwelt und Mystik macht den Roman so spannend.