Mein Großvater besucht mich, Geschichten 2015

Vom 15.04.2015 in

Können wir ohne Kenntnis der historischen Vergangenheit unser aktuelles Leben begreifen? Wie füllen sich Lücken im Selbst ?
Wer die Autorin ein wenig kennt, ahnt, dass ihr Buch nicht die einfachste Lektüre ist. Es geht um wirkliche Literatur, sprachlich intensiv gearbeitet, jedes Wort überdacht, gleichwohl mit einer meisterhaften Leichtigkeit geschrieben.
Die Geschichten von Heide Marie Voigt lassen eigenes Erleben durchscheinen (Bremen als Ortsangabe taucht immer mal auf). Gleichwohl finden sie zu einer überzeugenden erzählerischen Form für die Auseinandersetzung mit Einsamkeit – innerer und äußerer Freiheit – Sehnsucht – Ohnmacht – Zweifel – Irrtum – Hoffnung und Tod. Sie sind voller Poesie, voll schelmischer Momente – ein Buch, das zu erobern Vergnügen bereitet, bereichert und immer dann, wenn wir eigene Fehler gespiegelt finden, auch ärgert und zwickt.
Aber: Das Leben ist leicht – innen. Innen ist Fülle!

In sechzehn Geschichten – über Verletzbarkeit, über das ‚Sich-Finden‘ in einer Welt von Geldgier und Atomkraft – entwickelt die Bremer Autorin und Künstlerin, Pilgerin und Frau Heide Marie Voigt ihr Potenzial an Zuversicht. Sie weiß sich eingebunden: „Mein Großvater hat mich im Traum besucht – und ich habe ihn nicht erkannt.“ Als Großmutter will sie den Fragen der Enkel standhalten können.